Aktie im Fokus
„Befreiungsschlag“ für Porsche treibt Aktie

Der Deal zwischen Porsche und Katar scheint endlich perfekt zu sein. Die Scheichs könnten den Autobauer mit mehreren Milliarden unterstützen. An der Börse legt die Porsche-Aktie kräftig zu. Auch für den Machtkampf mit Volkswagen hat das Konsequenzen.

HB FRANKFURT. Die Aktien von Porsche kletterten um fast neun Prozent auf 46,10 Euro. Zuvor war bekannt geworden, dass dem Autobauer Milliarden aus Katar zufließen sollen. Ein Händler wertete die Nachricht als Befreiungsschlag für Porsche, fügte allerdings hinzu, dass bislang noch nicht sehr viele Details bekannt seien.

Porsche-Chef Wendelin Wiedeking und Katar einigten sich laut Bankenkreisen über eine dringend notwendige Kapitalspritze. Das Emirat bietet insgesamt rund sieben Milliarden Euro für den Kauf von Stammaktien und VW-Optionen der Porsche Holding SE. Die Summe würde das Unternehmen nahezu entschulden.

Der Machtkampf mit VW tobt indes weiter: Der Autobauer soll sein Angebot für die Übernahme von 49,9 Prozent an Porsche verbessert haben. Marktteilnehmer erwarten weiter eine spannende Entwicklung. "Ich denke, VW wird diese 49,9 Prozent an Porsche übernehmen und den Sportwagenbauer als zehnte Marke führen", sagte ein Börsianer. Allerdings sei dann immer noch nicht geklärt, was mit den Optionen passiert, die Porsche auf VW hat. VW-Titel verbilligten sich um 1,1 Prozent auf 210,80 Euro.

Im Gegensatz dazu legten die VW-Vorzüge um bis zu 3,3 Prozent auf 52,50 Euro zu. Sollte Katar tatsächlich VW-Optionen von Porsche übernehmen, könnte dies die VW-Vorzüge im Tausch für die Stämme in den Dax katapultieren, erwarten Analysten.

Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) hält eine baldige Einigung für möglich. „Wir gehen davon aus, dass die Familien Porsche und Piech in den nächsten Tagen Klarheit schaffen“, sagte Wulff am Montag vor einem Treffen der CDU-Spitze in Berlin. Dabei werde es eine „gute Lösung“ für einen integrierten Konzern von VW und Porsche geben. Das Land Niedersachsen ist zweitgrößter VW-Aktionär.

Thilo Müller, Fondsmanager bei MB Fund Advisory, wertete die Nachricht über den Einstieg Katars als "uneingeschränkt positiv", da Bewegung in die Sache käme. Allerdings bleibe nach wie vor offen, für was genau das Emirat die sieben Milliarden Euro zahle.

Ein Analyst hob hervor, dass das Gebot von Katar für einen Anteil an Porsche und die VW-Optionen einen fairen Wert von 240 Euro für die Aktien des Sportwagenbauers implizierten. Allerdings glaube er, dass die gebotenen sieben Milliarden Euro auch Aktien beinhalten, die Porsche möglicherweise wegen Short-Positionen auf VW-Titel sonst selbst kaufen müsse. In diesem Falle wäre der faire Wert der Titel negativ.

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