Aktie im Fokus
BMW-Aktie knickt trotz Gewinns ein

BMW hat überraschend gute Zahlen vorgelegt. An der Börse legte die Aktie daraufhin zunächst zu. Doch die Stimmung kippte schnell. Inzwischen liegt die Aktie deutlich im Minus. Experten haben dafür eine simple Erklärung.

HB FRANKFURT. Die Aktien von BMW starteten zunächst im Plus. Doch schon am Vormittag drehten sie ins Minus und gaben zweitweise mehr als fünf Prozent auf 31,17 Euro ab.

Experten fanden dafür eine simple Erklärung. Sie verwiesen auf Gewinnmitnahmen. Bereits vor Handelsstart hatte ein Börsianer gewarnt, die Titel seien bereits sehr gut gelaufen, weshalb einige Anleger Kasse machen könnten. Die Quartalszahlen wurden positiv gesehen.

Nach zwei verlustreichen Quartalen fuhr der Autobauer immerhin wieder einen Gewinn ein. Unter dem Strich verdiente der Konzern 121 Mio. Euro. Das sind zwar 76 Prozent weniger als vor einem Jahr. Analysten hatten allerdings mit einem Verlust von 25 Mio. Euro gerechnet.

Das Sparprogramm zahle sich aus, erklärte BMW-Chef Norbert Reithofer. Der Konzern hatte bereits 2007 - weit vor der Krise - ein milliardenschweres Kostensenkungsprogramm aufgesetzt, zu dem der Abbau von insgesamt rund 10 000 Stellen zählte. Der Personalaufwand sei deutlich gesunken, sagte Reithofer. Auch Effizienzsteigerungen hätten sich positiv ausgewirkt. Der Konzern habe zudem seine Lagerbestände weiter reduziert und das Nettoumlaufvermögen in der Autosparte verringert.

Dass die Aktie trotzdem fällt, schiebt auch Tim Schuldt von Equinet auf Gewinnmitnahmen. Die Aktie sei im Zuge der Zahlen anderer Hersteller immer kräftig mit nach oben gelaufen. Nun seien die eigenen Zahlen zwar etwas besser, aber nicht herausragend ausgefallen. "Zudem hat BMW beim Free Cash Flow deutlich schlechter als beispielsweise Daimler oder Volkswagen abgeschnitten", bemängelte der Experte. Hinzu komme, dass eine Bewertung der Liquiditätssituation von BMW aufgrund der berichteten Kennzahlen schwierig sei. "BMW legt lediglich Zahlen zur Nettoliquidität für den Autobereich vor, das lässt kaum Rückschlüsse auf die Gesamtsituation zu".

Commerzbank-Analyst Daniel Schwarz zufolge fielen die Zahlen leicht unter seinen, aber über den Markterwartungen aus. Dennoch dürften die Ergebnisse nach den starken Vorlagen der europäischen Konkurrenten nicht zu großer Begeisterung am Markt führen. Mit Blick auf die US-Absatzzahlen wertete Gregor Claussen, ebenfalls Analyst bei der Commerzbank, das Abschneiden von BMW "neutral". Er erwartet wegen des Modell-Zyklus der Bayern keine schnelle Trendwende in den kommenden Monaten.

"Trotz der guten finanziellen Performance im ersten Halbjahr bleiben wir gegenüber den deutschen Premiumherstellern und insbesondere BMW skeptisch", schrieb DZ-Bank-Analyst Michael Punzet in einem Kommentar. Er bezweifle, dass sich der Abbau der Lagerbestände in der zweiten Jahreshälfte fortsetzen werde.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%