Aktie im Fokus
Böses Erwachen für Adidas-Anleger

Die Adidas-Aktie rast in die Tiefe. Russland, der größte Wachstumsmarkt des Sportartikel-Herstellers, bröckelt. Der Konzern möchte im kommenden Jahr weniger investieren. Da können auch WM-Erfolge wenig ausrichten.
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Als die deutsche Nationalelf das Tor zum WM-Sieg schoss, jubelten auch viele Anleger. Denn für sie stand der Gewinner der WM fest: Adidas. „Unser Fußball-Umsatz liegt auf Rekordniveau“, schwärmte der Konzern-Chef Herbert Hainer noch vor wenigen Wochen. Für dieses Jahr geht Adidas von acht Millionen verkauften Fußball-Trikots und rund 14 Millionen Fußball-Bällen mit dem offiziellen WM-Design aus – eine Million mehr Bälle als in der vergangenen WM. Zusatzumsatz erhoffte sich der Konzern zudem von all den Fans, die auch noch nach der WM T-Shirts der Nationalelf kaufen wollen.

So viel Begeisterung schlug sich auch an der Börse nieder. Am Montag nach dem WM-Sieg griffen die Investoren zu: Die Aktie stieg um 2,9 Prozent und erklomm die Spitze des Dax. Analysten der Commerzbank und der BNP Paribas behielten die Aktie noch bis vor wenigen Tagen auf „Buy“.

Doch schon wenige Wochen nach dem Hoch muss der Sportkonzern seine Investoren enttäuschen. Der Grund: Adidas‘ größter Wachstumsmarkt, Russland, bröckelt. Das Unternehmen kassierte am Donnerstag seine Ziele für dieses und das kommende Jahr. Der Gewinn, der an die Aktionäre ausgeschüttet werden sollte, werde nun lediglich 650 Millionen Euro betragen statt der bisher geplanten 830 bis 930 Millionen Euro.

Auch der Umsatz werde nicht so stark steigen, wie geplant. Somit würden die Ziele, die sich der Konzern mittelfristig gesetzt habe, nicht wie geplant im Jahr 2015 erreicht. Die Adidas-Aktie raste nach diesen Nachrichten in den Keller und gab bereits binnen der ersten Handelsminuten rund zehn Prozent nach. Im Laufe des Vormittags wurden es rund 16 Prozent.

Schon die gesamte Woche stand für Adidas unter keinem guten Stern: Die EU-Politiker beschlossen nach der über der Ukraine abgeschossenen malaysischen Passagiermaschine strengere Sanktionen gegen Russland, das sich wirtschaftlich immer mehr isoliert. Primär betreffen die Strafen zwar die kriegsentscheidenden Branchen wie Rüstungsindustrie, Technologiekonzerne und die Staatsbanken. Mittelbar dürften sie jedoch auch weiter Unternehmen belasten, die mit russischen Partnern Geschäfte machen. Eben auch Adidas.

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  • Völlig egal der Laden und auch der Aktienkurs. Die Produkte
    kommen aus dem Ausland und der Aktienkurs ist zu hoch.

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