Aktie im Fokus
Celesio vor Übernahme durch US-Konkurrenten

Noch vor kurzem schloss Celesio Fusionen mit US-Konkurrenten aus. Doch nun steht der Stuttgarter Pharmahändler scheinbar vor einer Übernahme durch den US-Konzern McKesson. Die Celesio-Aktie reagiert mit einem Kurssprung.
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FrankfurtNeu entfachte Übernahmespekulationen haben den Aktien des Pharmahändlers Celesio am Dienstag zu einem Kurssprung von fast 20 Prozent verholfen. Das „Wall Street Journal Deutschland“ berichtete unter Berufung auf mehrere Insider, der US-Pharmahändler McKesson führe fortgeschrittene Gespräche über eine Komplettübernahme von Celesio.

Noch im Oktober könnten die Amerikaner ein Angebot vorlegen, das eine Übernahmeprämie von rund 30 Prozent beinhalten könnte, hieß es. Das entspreche einem Kaufpreis von rund 22 Euro je Aktie und bewerte das Stuttgarter Unternehmen – inklusive Schulden – mit rund 5,4 Milliarden Euro. Allerdings sei der Deal noch nicht in trockenen Tüchern und könnte noch platzen, hieß es in dem Bericht.

„Die Spekulation ist überhaupt nicht neu“, kommentierte DZ-Bank-Analyst Thomas Maul. Celesio sei eines der Top-Unternehmen in Europa und in Brasilien im Pharmagroßhandel und deshalb ein offensichtliches Übernahmeziel. Zudem könne Celesio-Mehrheitsaktionär Haniel mit einem vollständigen Verkauf des Anteils auf einen Schlag seine Schulden tilgen, und dadurch Spielraum für Investitionen in neue Geschäftsfelder gewinnen. McKesson sei allerdings mit dem europäischen Markt nicht sehr vertraut, was eine Übernahme riskant mache. „Eine strategische Allianz, etwa in Form eines Gemeinschaftsunternehmens, scheint zunächst mehr wahrscheinlich.“

Die im Nebenwerteindex MDax gelisteten Celesio-Aktien kletterten nach der Nachricht auf ein neues Jahreshoch von 20,33 Euro. Damit wird Celesio an der Börse mit rund 3,5 Milliarden Euro bewertet. Sprecher von Celesio und Mehrheitsaktionär Haniel lehnten eine Stellungnahme ab. Der US-Konzern McKesson war zunächst nicht erreichbar.

Das Interesse der Amerikaner an Celesio hängt mit dem steigenden Kostendruck im US-Pharmagroßhandel zusammen. Zusammenschlüsse und die Erschließung neuer Märkte sind für die US-Konzerne eine Möglichkeit, durch Größe mehr Preismacht zu bekommen.

Für Aufsehen hatte vor einiger Zeit AmerisourceBergen gesorgt. Der Pharmahändler hatte eine auf zehn Jahre angelegte Partnerschaft mit den zwei Drogerieketten Walgreen und Alliance Boots geschlossen, die den beiden auch eine Beteiligung von bis zu 23 Prozent an AmerisourceBergen erlaubt. Das hat Rivalen wie McKesson und Cardinal Health unter Zugzwang gesetzt.

Um den Stuttgarter Pharmahändler weiterzuentwickeln, lotet Firmenchefin Marion Helmes „strategische Optionen“ aus. Celesio ist momentan dabei, ein europäisches Apotheken-Netzwerk unter der Dachmarke „Lloyds“ aufzubauen. In diesem Zusammenhang hatte Helmes in einem am Dienstag veröffentlichten Interview erklärt, ein Zusammengehen mit einem US-Konkurrenten – um etwa im Einkauf von Generika Einsparungen zu erzielen – sei nicht erforderlich. „Für uns besteht keine unmittelbare Notwendigkeit für ein solches Bündnis, auch wenn es durchaus Chancen mit sich bringen könnte“, sagte Helmes.

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Celesio vor Übernahme durch US-Konkurrenten

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Celesio bekräftig Ertragsprognose

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  • es gehört schon fast alles diesen Amerikanischen Fonds und Heuschrecken, es gibt, in der Tat, immer wenige Unternehmen in deutschen Hand.
    Ganz schlecht.

  • "Tausche Macht, Einfluss und Gestaltungshoheit gegen mittel- wie sowieso langfristig wertlose Papierschnipsel."

    Tragisch, wie eine gewachsene Perle nach der anderen der deutschen Wirtschaft als Juniorpartner unter Fremddominanz aufgeht - und sein Ende der Eigenständigkeit findet.

  • Von Fusion war nicht die Rede... Aufkaufen!

    Hat die Quotenfrau an der Spitze auch noch nicht gerafft.

    Damit kann der Amerikaner die Krankenkassen in großem Stil aussaugen; ganz fix ist der Kaufpreis wieder drin.

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