Aktie im Fokus
Chiquita fusioniert sich zum Branchen-Primus

Die bislang größten Fusion in der Landwirtschaft ist perfekt: Chiquita und Fyffes schließen sich zusammen. Obwohl Chiquita deutlich größer ist, profitieren die irischen Aktionäre überproportional.
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DüsseldorfChiquita und Fyffes fusionieren. Wie die beiden Großunternehmen bereits im März bekanntgegeben haben, wird der neue Konzern seinen Sitz in Irland haben. Das bisherige Chiquita-Hauptquartier in Charlotte mit über 300 Angestellten soll aber bestehen bleiben, der Konzern war einst für knapp 23 Millionen Dollar aus Cincinnati weggelockt worden. Die Marken Chiquita und Sol – das ist der Markenname von Fyffes - wird es ebenfalls weiterhin parallel geben.

Beide Partner erhoffen sich von der Fusion eine stärkere Verhandlungsposition im täglichen Geschäft mit Einzelhändlern, um die Marktlage stabil zu halten. ChiquitaFyffes soll an der New Yorker Stock Exchange notiert werden. Die Aufteilung des Deals überrascht: die US-Firma Chiquita beschäftigt wesentlich mehr Mitarbeiter als die irische Fyffes, nämlich rund 20.000 im Vergleich zu 12.000. Die US-Amerikaner haben mit drei Milliarden US-Dollar zudem einen fast doppelt so großen Umsatz zu verzeichnen wie der zukünftige Partner. Trotz alledem sollen die Anteile der irischen Aktionäre bei 49,3 Prozent liegen.

Der CEO von „Chiquita Brands International“, Ed Lonergan tauscht seinen Posten im Zuge der Fusion gegen den des Vorstandsvorsitzenden ein. An die Spitze des neuen globalen Konzerns klettert David McCann, der bisher die Geschicke von Fyffes leitete. Die Gespräche über eine mögliche enge Zusammenarbeit zogen sich bereits über mehrere Jahre, so McCann, bis Lonergan im vergangenen Herbst die Initiative ergriff und konkrete Verhandlungen einleitete.

Mit der bislang größten Fusion im Bereich der Landwirtschaft verschmelzen zwei Unternehmen mit unterschiedlichen Portfolios: Während Chiquita eigene Plantagen in Costa Rica, Guatemala, Panama und Honduras betreibt, agiert Fyffes lediglich als Käufer und Verteiler. Neben dem Bananengeschäft verdienen die US-Amerikaner noch am Handel mit Salaten und sogenannten „gesunden Snacks“, Fyffes hingegen hat auch Ananas und Melonen im Angebot.

Der Umsatz von ChiquitaFyffes soll bei jährlich rund 4,6 Milliarden US-Dollar liegen, also etwa 3,3 Milliarden Euro. Damit wird der Konzern den bisherigen Marktführer Dole und den Konkurrenten Del Monte hinter sich lassen: Jährlich könnten mehr als 160 Millionen Kisten mit Bananen verkauft werden. Auf dem Weg zur globalen Spitzenposition sind allerdings noch zwei wichtige Schritte zu gehen: Die Zustimmung der Aktionäre sowie die Absegnung durch das Oberste Gericht Irlands. Ob der Deal aus kartellrechtlicher Sicht akzeptabel ist, muss sich ebenfalls noch herausstellen. Nicht, dass es nachher heißt: Warum nur ist die Mega-Banane so krumm?

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