Aktie im Fokus
Commerzbank-Aktie legt wieder kräftig zu

An der Börse fällt die Reaktion auf die Zahlen der Commerzbank positiv aus. Nach einem kleinen Durchhänger am Mittag legt die Aktie der seit kurzem teilverstaatlichten Bank kräftig zu. Die Verluste der vergangenen Tagen gleicht das allerdings längst nicht aus.

HB FRANKFURT. Commerzbank-Aktien haben kräfitg zugelegt. Nach einer positiven Reaktion auf die "besser als erwartet" ausgefallene Bilanz stieg die Aktie bis zum Nachmittag um 7,8 Prozent auf 3,04 Euro.

Mehrheitlich sprachen die Händler von einer "technischen Reaktion" der Aktien. Nach dem Absturz der Papiere um fast 30 Prozent von 3,99 auf 2,82 Euro in den vergangenen fünf Handelstagen, sagte ein Händler, habe sich Erholungspotenzial aufgestaut. Für die Bank werde zwar 2009 ein erneut schwieriges Jahr, die Integration der Dresdner Bank laufe aber nach Plan und die Commerzbank wolle von der wirtschaftlichen Erholung überproportional profitieren. Das stütze den Kurs.

Kepler-Analyst Dirk Becker sprach von "schlechten Quartalszahlen und einem vorsichtigen Ausblick". Zwar hätten die Zahlen insgesamt über den Erwartungen gelegen und von soliden Ergebnissen in einigen Kernsegmenten profitiert. Negativ seien aber die hohe Risikovorsorge, ein schockierender Verluste im Eigenhandel und weitere Abschreibungen auf Finanzanlagen. Becker sieht aktuell keine große Werthaltigkeit des Commerzbank-Papiers für die Aktionäre. Die Gewinne in den nächsten Jahren würden von den hohen Zinslasten für die Hybrid-Finanzierung der 17 Milliarden Euro aufgefressen, die in der aktuellen Krise zur Hilfe gestellt wurden. Die Kernkapitalquote (Tier 1) enthalte noch nicht die Dresdner Bank und auch nicht die neue Kapitalspritze und entsprechend müssten klare Daten mit den Zahlen zum ersten Quartal abgewartet werden.

Joachim Müller, Analyst bei Cheuvreux, sieht das vierte Quartal unterdessen "weitgehend im Rahmen der Erwartungen". Der Ausblick auf 2009 sei allerdings als vorsichtig einzustufen, auch wenn der Start ins Jahr offenbar gut gewesen sei. Müller bewertet Commerzbank mit "Underperform" beim Kursziel 5,20 Euro.

Auch Equinet stellte unter anderem auf den düsteren Ausblick ab und blieb bei der Empfehlung "Sell". Die sehr schwachen Ergebnisse im vierten Quartal hätten den Prognosen von Analysten Philipp Häßler entsprochen. Er erwarte keinen positiven Impulsen für die Aktien sondern rechne eher mit anhaltend negativen Nachrichten vor allem von Dresdner Bank und der Risikovorsorge.

WestLB-Analyst Neil Smith reduzierte in einer ersten Reaktion auf die Zahlen sein Kursziel für die Commerzbank-Aktie von 2,80 auf 2,70 Euro. Die Ergebnisse im vierten Quartal seinen hinter seinen und den Markterwartungen zurückgeblieben und die Aussichten für 2009 blieben vage. Weitere mögliche Abschreibungen und die Integration der Dresdner Bank machten Prognosen schwierig. Zudem müssten auch deren noch ausstehende Ergebnisse abgewartet werden, die am 26. Februar anstünden. Die Einstufung bleibt "Reduce".

M.M.Warburg spricht von einer massiven Beeinträchtigung der Eigenkapitalbasis durch die Entwicklung im vierten Quartal und bleibt bei der Empfehlung "Sell". Analyst Andreas Pläsier befürchtet massive Kreditausfälle in 2009 und 2010. Das positive Nettoergebnis resultiere aus den gestrichenen Bonuszahlungen und den in der Folge überraschend niedrigen Kosten.

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