Aktie im Fokus
Conergy-Aktie spielt verrückt – mal wieder

Die Conergy-Aktie gilt als Zockerpapier. Und zurzeit macht sie diesem Ruf wieder alle Ehre. Heute geht es mit dem Kurs zunächst 30 Prozent nach oben, anschließend ebenso schnell wieder abwärts. Über die Gründe für die seltsamen Kurssprünge wird gerätselt. Auch die Commerzbank soll dabei eine Rolle spielen.

FRANKFURT. In den vergangenen beiden Handelstagen legte die Conergy Aktie eine solche Achterbahnfahrt hin, dass sich mancher Börsianer wunderte. Zu Beginn der Woche stieg der Kurs der Solarfirma um 40 Prozent, heute legte er zeitweise noch einmal fast 30 Prozent zu. Im Handelsverlauf bröckelte das Plus jedoch vollständig ab. Am Nachmittag lag das Papier neun Prozent im Minus bei 82 Cent.

Was bleibt ist das Rätselraten über die Gründe für die seltsamen Kurssprünge. Mehrere kommen in Frage. Da wäre etwa ein Gerichtsprozess in den USA. Conergy klagt gegen MEMC, seinen wichtigsten Lieferanten. Der Ausgang des Prozesses dürfte massive Auswirkungen haben. Es geht um die Existenz des Unternehmens.

Gestritten wird um die Lieferung von sogenannten Wafern im Volumen von vier Mrd. Dollar. Conergy hält die im Oktober 2007 ausgehandelten Preise inzwischen für zu hoch. Der Vertrag enthalte wettbewerbswidrige Klauseln und sei unwirksam. Anfang der Woche zeichnete sich ein erster Teilerfolg ab: Das Gericht ließ durchblicken, dass es die Auffassung von Conergy teilt.

"Dies reduziert das Risiko einer sofortigen Insolvenz, die wahrscheinlich wäre, falls Conergy den Vertrag einhalten müsste", sagt Sebastian Growe von Equinet. Dennoch bleibt er skeptisch. Eine endgültige Entscheidung stehe weiter aus, und die fundamentalen Daten des Unternehmens sähen weiter schwach aus. Ähnlich urteilt auch Sven Diermeier von Independent Research: "Wir bewerten den juristischen Teilerfolg positiv. Allerdings handelt es sich nicht um eine abschließende Entscheidung, so dass wir weiterhin zur Vorsicht raten."

Die Deutsche Bank hat ihre Einschätzung auf „Verkaufen“ mit dem Kursziel 55 Cent belassen. Sollte der Solarkonzern den langjährigen Liefervertrag mit MEMC kündigen, wäre dies aus Kostengründen positiv für den Anlagenhersteller, schrieb Analyst Alexander Karnick in einer Studie vom Mittwoch. Allerdings könnte sich der endgültige Gerichtsentscheid noch lange hinziehen.

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