Aktie im Fokus
Conti-Aktie sackt ab

Die Aktie von Continental gehört zu den großen Gewinnern der vergangenen Wochen. Heute aber geht es kräftig nach unten mit dem Kurs. Schuld daran ist laut Händlern die „Seifen-Oper“ an der Konzernspitze. Auf mittlere Sicht ist ihnen zufolge nicht viel zu holen mit der Conti-Aktie.

HB FRANKFURT. Die Aktien von Continental sind am Freitag mit minus 5,94 Prozent auf 25,50 Euro ans MDAX-Ende gerutscht. Der Aufsichtsrat des finanziell angeschlagenen Autozulieferers gab grünes Licht für eine Kapitalerhöhung von bis zu 1,5 Milliarden Euro. Das sagte Conti-Vorstandschef Karl-Thomas Neumann am späten Donnerstagabend in Hannover nach einer dramatischen Sitzung des Kontrollgremiums.

Der Konzern-Chef steht zudem vor dem Aus. Das Vertrauensverhältnis zwischen Schaeffler und dem 48-Jährigen ist total zerrüttet. Auf Drängen von Schaeffler soll Neumann innerhalb der nächsten zwei Wochen vom Aufsichtsrat abberufen werden. Wie die Deutsche Presse-Agentur dpa aus Aufsichtsratskreisen erfuhr, soll der Schaeffler-Berater Rolf Koerfer Neumann nachfolgen.

Händler werteten die neue "Seifen-Oper" als negativ. Ein weiterer Börsianer erklärte, der voraussichtliche Managementwechsel dürfe auch das Aus für die geplante Kapitalerhöhung bedeuten. Seiner Meinung nach werde die Aktie in den kommenden Tagen unter die 20-Euro-Marke fallen.

Michael Punzet, Analyst bei der DZ BANK, schrieb in einer aktuellen Studie, er werte „die Ankündigung einer Kapitalerhöhung trotz der sich ergebenden Verwässerungseffekt mit Blick auf die finanzielle Situation Continentals als positiv.“ Ein möglicher Wechsel an der Unternehmensspitze sei hingegen negativ, fügte der Experte hinzu. Punzet bewertet Continental mit „Kaufen“.

Equinet-Analyst Tim Schuldt äußerte sich ähnlich. Während er die geplante Kapitalerhöhung begrüße, da sie die Bilanzrisiken senke, sei der anhaltende Streit an der Spitze negativ. Schuldt hat eine „Buy“-Einstufung auf den Titeln bei einem Kursziel von 22,00 Euro.

Zuletzt lief es für die Papiere des Reifenspezialisten sehr gut. Auf Dreimonatssicht steht ein dickes Plus von fast 40 Prozent. Zum Vergleich: Im selben Zeitraum legte der MDax elf Prozent zu.

Geht es nach der Mehrzahl der Analysten dürfte die Luft aber raus sein. Nur zwei von 14 Experten, die das Unternehmen in den vergangenen vier Wochen unter die Lupe genommen haben, empfehlen die Aktie zu kaufen; sieben sagen "halten", fünf "verkaufen". Das mittlere Kursziel liegt bei rund 22 Euro und damit unter dem derzeitigen Niveau.

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