Aktie im Fokus
Conti-Aktien brechen ein

Aktien von Continental sind unter Druck geraten. Die Papiere rauschten mehr als zwanzig Prozent in die Tiefe und waren damit so billig wie seit fast sechs Jahren nicht mehr. Zuvor war bekannt geworden, dass der Autozulieferer offenbar Hilfe vom Staat benötigt. Analysten empfehlen indes, die Aktie zu kaufen.

HB FRANKFURT. Nach einem Bericht über mögliche Staatshilfen stoßen Anleger die Aktien von Continental ab. Wie das "Handelsblatt" berichtet, wollen die beiden Länder Bayern und Niedersachsen den Autozulieferern Conti und Schaeffler mit voraussichtlich jeweils einer halben Milliarde Euro zur Seite springen. Großaktionär Schaeffler hatte am Samstag den wochenlangen Machtkampf bei Conti für sich entschieden und stellt künftig den Aufsichtsratschef.

Conti-Papiere rutschten um 20,60 Prozent auf 13,57 Euro ab. Mit einem Tagestief von 12,33 Euro, dem niedrigsten Kurs seit März 2003, hatten die Aktien in den ersten Wochen des Jahres gut 57 Prozent verloren. Der MDAX legte dagegen am Vormittag um 0,9 Prozent auf 4 806 Punkte zu.

Ein Händler sagte: "Das scheint ein großes Chaos zu werden. Vor allem eine direkte Investition des Staates belastet Conti-Aktien." Die Entscheidung bezüglich des verstärkten Zugriffs von Schaeffler auf Conti mit weiteren Aufsichtsratsmandaten kommt dem Händler zufolge indes wenig überraschend.

Equinet-Analyst Tim Schuldt stufte die Nachrichtenlage als gemischt ein. Staatlicher Einfluss sei zwar generell negativ zu sehen, in diesem Fall habe aber höhere Stabilität auch einen positiven Aspekt. Das Risiko einer Kapitalerhöhung sei bekannt und dürfte entsprechend eingepreist sein. Den Zusammenschluss mit Schaeffler sieht der Experte aber wegen geringer Synergien und der schwachen Entwicklung des Automobilgeschäfts negativ. Er belässt sein Votum aber auf "Buy" mit Ziel 22,00 Euro. Michael Punzet von der DZ Bank blieben ebenfalls bei seiner Kaufempfehlung. Nach der Einigung zwischen den Unternehmen sollten die operativen Herausforderungen wieder stärker in den Fokus rücken.

Das Bankhaus Metzler hebt Continental auf „Buy“ von „Sell“. Das Risiko einer Kapitalerhöhung habe nachgelassen. Außerdem sei ein Verkauf des Reifengeschäfts nun wieder möglich, sagen die Analysten bei Metzler.

Anders urteilt Analyst Alexander Neuberger von Cheuvreux. Er senkte das Kursziel für Continental von 58,00 auf 17,50 Euro und beließ die Einstufung auf "Underperform". Das neue Kursziel basiere auf dem fundamentalen Ausblick und nicht mehr auf dem Übernahmeangebot von Schaeffler, schrieb der Experte. Die Gewinne des Unternehmens dürften aufgrund langsamen Restrukturierungsprozess im Bereich Powertrain in den nächsten drei Jahren um bis zu 10 Prozent einbrechen.

Thomas Nagel, charttechnischer Analyst bei Equinet, hält die Aktie mit Blick auf den Chart für kollabiert. Die Aktie sei zurück bei ihren Tiefs aus 2003 und falle gleichzeitig mit deutlicher Schwäche zum STOXX 600 auf. "Es droht ein Rutsch auf 11,30 Euro solange die Marke von 14,35 Euro nicht zurückerobert wird."

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