Aktie im Fokus
Continental-Aktie auf Talfahrt

So schnell kann es gehen: Gestern war Continental noch der große Gewinner, heute das Gegenteil. Die Aktie gibt einen Teil ihrer Gewinne ab und notiert klar im Minus. Was ist passiert? Angeblich plant der hoch verschuldete Autozulieferer eine kräftige Kapitalerhöhung.

HB FRANKFURT. Nach einem Zeitungsbericht über eine geplante milliardenschwere Kapitalerhöhung rutschen die Aktien von Continental ab. Der Kurs des hoch verschuldeten Autozulieferers fiel um knapp fünf Prozent auf 26,08 Euro.

Conti-Chef Thomas Neumann plane, dem Aufsichtsrat Ende Juli mit seinen Strategiekonzepten auch Pläne für eine Kapitalerhöhung vorzulegen, berichtete die "Financial Times Deutschland" unter Berufung auf "mehrere beteiligte Personen". Finanzkreisen zufolge wolle Conti etwa eine Milliarde Euro Eigenkapital hereinholen. Mit der Kapitalerhöhung wolle der Vorstand Conti für die weiterhin schweren Zeiten rüsten. Ein Konzernsprecher wollte auf Anfrage keine Stellung zu dem Bericht nehmen.

"Das ist keine Überraschung", betonte ein Börsianer. "Conti hatte vor einiger Zeit gesagt, dass eine Kapitalerhöhung im Volumen von einer Milliarde Euro notwendig werden könnte." Nach der 13-prozentigen Rally des Vortages müsse mit Gewinnmitnahmen gerechnet werden.

Ein weiterer Händler hob hervor, dass fraglich sei, ob Großaktionär Schaeffler eine solchen Schritt und vor allem auch in dieser Höhe mittragen werde. Laut "FTD" äußerte sich Schaeffler negativ über die Pläne. Er wertete die Nachricht ebenfalls als negativ für die Papiere.

Gestern hatte das Unternehmen überraschend zehn Tage früher als geplant Eckpunkte für das zweite Quartal vorgelegt. Nach dem Sturz in die roten Zahlen zum Jahresauftakt machte der Konzern im zweiten Quartal 2009 deutliche Fortschritte. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) lag bei 38,8 Mio. Euro.

Im ersten Quartal hatte Conti beim EBIT noch einen Verlust von 165 Mio. Euro verbucht. Der früher erfolgsverwöhnte Konzern hatte wegen der schweren Branchenkrise das größte Kostensenkungspaket seiner Geschichte aufgelegt und Werke dicht gemacht. Die Zahl der Beschäftigten sank seit September 2008 weltweit um 16 000 auf derzeit rund 133 000.

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