Aktie im Fokus
Der VW-Tausch und das Ende des Chaos

Die VW-Stammaktien fliegen aus dem Dax. Schon am Mittwoch ist Schluss mit lustig. Seit Monaten sagen Experten, dass die Papiere eigentlich nichts mehr verloren haben im wichtigsten deutschen Börsenindex. Warum der Rauswurf dem Autobauer trotzdem nicht wehtut und worauf Anleger jetzt achten sollten.
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FRANKFURT. Ein Rauswurf bringt selten Gutes an der Börse. Auch bei Volkswagen nicht. Nachdem feststeht, dass die Stammaktie des Wolfsburger Autobauers den Deutschen Aktienindex verlassen muss, gibt der Kurs der Papiere nach. Am Nachmittag wurden gestern knapp 74 Euro je Anteilsschein bezahlt, rund drei Prozent weniger als am Freitag.

Der Ärger in Wolfsburg dürfte allerdings nicht allzu groß sein. Denn der Dax-Nachfolger heißt schließlich auch Volkswagen, Volkswagen Vz. um genau zu sein - Vz. für Vorzugsaktien. Seit langem ist spekuliert worden, wann denn der hausinterne Tausch nun endlich über die Bühne gehen würde. Am vergangenen Freitag dann der Vollzug. Die Deutsche Börse verkündet den Rausschmiss. Ganz offiziell. Nachdem das Emirat Katar seinen Anteil an den VW-Stämmen nochmals erhöht, und die Zahl der umlaufenden Aktien, der sogenannte Streubesitz, auf weniger als zehn Prozent schrumpft, ist endgültig Schluss mit lustig. Schon morgen wird statt der Stammaktien das Kürzel der Vorzüge inmitten der anderen 29 Dax-Unternehmen auftauchen.

Aber was bedeutet das für die Anleger? Was wird aus den Stammaktien? Und sind die Vorzugsaktien auf dem jetzigen Niveau überhaupt attraktiv bewertet?

Die meisten Experten jedenfalls beantworten die letzte Frage mit einem "Ja". Elf von 17 Analysten, die laut Finanzdatenanbieter Bloomberg die Vorzugsaktie in den vergangenen vier Wochen unter Lupe genommen haben, empfehlen, die Papiere zu kaufen; vier sagen "halten", nur zwei "verkaufen".

Bei den Stammaktien sieht das Stimmungsbild dagegen deutlich schlechter aus: Lediglich vier von 14 Experten raten zum Kauf der Stämme; die gleiche Zahl Analysten sagt besser abwarten und Papiere halten; sechs dagegen raten, die Aktien alsbald aus dem Depot zu werfen. Der Verkaufsdruck auf die VW-Stämme werde wegen der Umschichtung in VW-Vorzüge in den nächsten Tagen anhalten, sagt Sven Diermeier von Independent Research. Wegen des immer kleiner werdenden Streubesitzes sind die Papiere für Anleger unattraktiv geworden.

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