Aktie im Fokus
Deutsche Bank: Die Rally ist vorbei

Die Aktie der Deutschen Bank schmiert ab. Dabei hat Deutschlands größtes Geldhaus im ersten Quartal einen stattlichen Gewinn eingefahren. Die Zahlen seien besser als erwartet, sagen Analysten. Und doch: Für den deutlichen Kursabschlag der Aktie gibt es gute Gründe.

FRANKFURT. Rund acht Prozent verlieren die Aktien der Deutschen Bankzeitweise und rutschen wieder unter die Marke von 40 Euro. Damit ist sind die Papiere die großen Verlierer im Deutschen Aktienindex (Dax). Dabei hat die Deutsche Bank sehr gute Zahlen für das erste Quartal vorgelegt. Unter dem Strich bleibt ein Überschuss von 1,2 Mrd. Euro hängen. Das klingt fast unglaublich nach den Milliardenverslusten aus dem vergangenen Jahr.

"Der April hat weiterhin eine solide Entwicklung gezeigt", sagte Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann am Dienstag in Frankfurt. Das Institut habe in weiteren Bereichen Marktanteile hinzugewonnen. Für das restliche Jahr sei er "zwar nicht euphorisch, aber eigentlich sehr zuversichtlich", fügte Ackermann hinzu. Es seien keine Anzeichen für einen weiteren Zusammenbruch der Märkte zu sehen.

Die Analysten jedoch sind skeptisch. Robert Halver, Kapitalmarktexperte bei der Baader Bank, sagte: "Die Zahlen sind zwar überraschend positiv . Die Deutsche Bank hat aber traditionell ein gutes erstes Quartal." Problematisch dagegen sei das Kreditportfolio. Außerdem habe die Bank Bilanzspielräume ausgenutzt, um das Ergebnis aufzuhübschen. Auch Andreas Lipkow von MWB Fairtrade sieht durch die Bilanzkosmetik "etwas Ernüchterung" aufkommen.

Für den deutlichen Abschlag der Aktie heute gibt es deshalb gute Gründe:

Anleger machen Kasse

Die Aktie der Deutschen Bank ist wie andere Finanzwerte auch in den vergangenen Wochen sehr gut gelaufen. Seit dem Tiefsstand Anfang März bei 15,38 Euro ist der Kurs zeitweise wieder deutlich über die Marke von 40 Euro geklettert. Anleger, die zu niedrigen Kursen eingestiegen sind, nehmen die guten Bilanzzahlen zum Anlass und machen Kasse, nach dem Motto: Viel besser kann es in den kommenden Wochen eigentlich gar nicht werden.

Übertriebene Hoffnungen

Dabei hatte die Deutsche Bank in den vergangenen Wochen keine Möglichkeit ausgelassen, die Fantasie der Börse zu wecken. Vorstandsboss Josef Ackermann etwa sagte am Rande einer Veranstaltung des Frankfurter Airport-Clubs, dass erfolgreiche Banken im ersten Quartal Eigenkapitalrenditen um 25 Prozent erzielt hätten. Er nannte nicht ausdrücklich die Deutsche Bank, doch jeder, der diese Worte hörte, bezog sie auf den deutschen Branchenprimus. Die Erwartungen der Anleger waren zu hoch.

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