Aktie im Fokus
Die Crux mit dem Markt

GfK hat Probleme mit dem Markt. Die Börse schickte die Aktie des fränkischen Marktforschungsunternehmens nach der Bekanntgabe von Übernahmeplänen in den Keller. Schlimmer dürfte es kaum kommen.

Wenn die Marktforscher der GfK wieder etwas Neues über die Wünsche der Konsumenten oder die Reichweite von Fernsehprogrammen herausgefunden haben, dann präsentieren sie ihren Auftraggebern die Ergebnisse gerne in bunten Diagrammen und Grafiken. Doch auch die GfK selber ist ein spannendes Untersuchungsobjekt, insbesondere ihr Aktienkurs. In den vergangenen Tagen wies die Kurve stark nach unten. Nun scheint der Tiefpunkt allerdings erreicht zu sein.

Das Nürnberger Unternehmen strebt die Übernahme des britischen Konkurrenten TNS an. Der Werbekonzern WPP hat allerdings ebenfalls ein Angebot abgegeben. "Einige Anleger befürchten, dass sich die GfK in diesem Bieterwettkampf zu einem zu hohen Kaufpreis verleiten lässt", sagt Sonia Rabussier, Analystin bei Sal. Oppenheim. Ende Juni lag der Aktienkurs noch über 28 Euro, am vergangenen Freitag nur noch bei 21 Euro. Das ist der tiefste Stand seit über dreieinhalb Jahren.

Rabussier weist darauf hin, das auch das schwierige Börsenumfeld zu dem Kursrutsch beigetragen habe. "Ich halte die Reaktion des Marktes für übertrieben", sagt die Analystin. Das Nürnberger Unternehmen stehe mit einen Kurs-Gewinn-Verhältnis von etwa Neun deutlich besser dar als die Konkurrenz. Daher sei die heutige Erholung der Aktie gerechtfertigt. Das Papier stieg bis zum frühen Nachmittag um etwa vier Prozent auf rund 22 Euro.

Ein weiterer Grund für den Kursanstieg ist laut Rabussier das Gerücht am Markt, dass die Übernahme scheitert. Berichten zufolge habe die GFK-Führung bereits mit mehreren Private-Equity-Unternehmen gesprochen, um die Übernahme zu finanzieren. "Einige Anleger spekulieren, dass es zu viele Schwierigkeiten gibt und es zu gar keiner Übernahme kommen wird", erklärt Rabussier. Sie hält die Übernahmepläne allerdings für sinnvoll. In der Branche herrscht derzeit ein Fusionsfieber. "GfK und TNS wäre die beste Kombination, die man sich wünschen kann", sagt Rabussier. TNS sei insbesondere in den Schwellenländern sehr gut aufgestellt. Dort wächst das Geschäft mit der Marktforschung rasant.

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