Aktie im Fokus: Ende einer BVB-Ära

Aktie im Fokus
Ende einer BVB-Ära

Nach dem Aus in der Champions League verlor die Aktie des Bundesligisten zwischenzeitlich fünf Prozent. Die goldenen Zeiten für Aktionäre sind vorbei. Auch die erneute Zahlung einer Dividende ist mehr als fraglich.
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DortmundVon der Börse wird gemeinhin angenommen, sie prognostiziere die zukünftige Entwicklung eines Unternehmens und bilde diese Erwartungen in den Kursbewegungen ab. Demnach sagen die Börsianer dem Bundesliga-Club Borussia Dortmund heute das Ende einer Ära voraus. Die Aktie fiel im morgendlichen Handel zeitweise um rund fünf Prozent auf 3,75 Euro. Nach der Niederlage gegen Juventus Turin im Achtelfinale sehen die Börsenexperten das Ende einer erfolgreichen Zeit gekommen.

In den vergangenen vier Jahren konnte der Verein, der seit 2000 börsengelistet ist, dank der Strategie der Geschäftsführung um Joachim Watzke massiv Schulden abbauen. Zudem sorgte Trainer Jürgen Klopp mit erfrischendem und leidenschaftlichem Fussball für zwei Meisterschaften, ein Double (Gewinn der Meisterschaft und des DFB-Pokals in einer Saison) und die Teilnahme am Champions-League-Finale. Doch nicht für den Verein, auch für seine Aktionäre war dies eine erfolgreiche Zeit. Die Aktie stieg in den vergangenen fünf Jahren um mehr als 260 Prozent.

BORUSSIA DORTMUND GMBH&CO.KGAA INHABER-AKTIEN O.N.

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DE0005493092
Börse
FSE
-0,02-0,30%
+5,37€
Chart von BORUSSIA DORTMUND GMBH&CO.KGAA INHABER-AKTIEN O.N.

2013 präsentierte der Verein noch einen Rekordüberschuss von mehr als 53 Millionen Euro und zahlte den Aktionären eine Dividende von zehn Cent pro Aktie. Obwohl das Ergebnis 2014 nicht so hoch ausfiel, zahlte der Verein weiterhin eine Dividende in der gleichen Höhe. Diese Zeiten sind für die Aktionäre jetzt vorbei.

Durch die aktuelle sportliche Entwicklung steht der Gewinn und somit auch die Höhe der Dividende infrage. Die durchwachsene sportliche Saison führt vermutlich dazu, dass der BVB in der nächsten Saison nicht am lukrativen europäischen Geschäft teilnehmen kann. Nach dem Ausscheiden im Achtelfinale der Champions League gestern ist auch die Möglichkeit, sich als Sieger wieder direkt zu qualifizieren, für den BVB dahin.

In der Bundesliga ist der vierte Platz, welcher zur Teilnahme an der Champions-League-Qualifikation berechtigt, schon zwölf Punkte entfernt. Zwar stehen noch maximal 27 Punkte in der Saison aus, allerdings müssten dann auch die Mannschaften patzen, die auf den begehrten Plätzen stehen. Der Abstand zu einem Platz, der zur Teilnahme an der ebenfalls noch lukrativen Europa League berechtigt ist immerhin acht Punkte entfernt. Aber der BVB hat nur sieben Punkte Abstand zum Rang 16, der zu einem Relegationspiel gegen den Tabellendritten der zweiten Bundesliga berechtigt.

Das europäische Geschäft ist für die Vereine enorm wichtig, weil sie damit zweistellige Millionenbeträge einfahren können. Der BVB konnte in den vergangenen Jahren durch den sportlichen Erfolg viel Geld auszugeben, um den Kader aufzubessern. So wurden für Matthias Ginter und Adrian Ramos rund zehn Millionen Euro gezahlt. Dabei ließt der Effekt der Transfers eher zu wünschen übrig.

Ohne das internationale Geschäft dürfte der BVB deutlich weniger investieren, die Börse scheint die zukünftige sportliche Entwicklung deshalb verhalten zu sehen. Die Kursentwicklung der beiden Hauptsponsoren des Vereins, Puma und Evonik, war indes nicht so dramatisch. Der Sportartikelhersteller verlor bis zum Vormittag 0,72 Prozent und die Evonik-Kurse stiegen um 0,92 Prozent. Die Aktie von Juventus Turin, die den BVB gestern mit 0:3 geschlagen hatten , stieg zwischenzeitlich um 0,1 Prozent.

Niklas Dopheide
Niklas Dopheide
Handelsblatt / Freier Mitarbeiter
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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