Aktie im Fokus: Fraport-Deal in Griechenland steht in Frage

Aktie im Fokus
Fraport-Deal in Griechenland steht in Frage

Für 800 Millionen Euro hat sich Fraport die Betreiberrechte für Flughäfen in Griechenland gesichert. Doch die neue Regierung des Landes könnte den Deal platzen lassen. Die Aktie reagiert, die Netzgemeinde diskutiert.
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FrankfurtDie neue griechische Regierung schießt nicht nur aus Sicht der Bundesregierung quer. Der von Tsipras verordnete Privatisierungsstopp der Vermögenswerte im Land könnte jetzt auch den Flughafenbetreiber Fraport treffen. Fraport verwaltet unter anderem den Frankfurter Flughafen.

Am Sonntag machte eine Meldung die Runde, dass die griechische Regierung einen Deal zwischen dem griechischen Flughafenbetreiber Copelouzos Group und Fraport über den Kauf von 14 Regionalflughäfen nochmals prüfen wolle. Es handelt sich unter anderem um die Flughäfen in Thessaloniki, auf Kreta, Korfu und Rhodos, die bislang staatlich verwaltet wurden und nun für 1,23 Milliarden Euro auf private Betreiber hätten übergehen sollen. Den Vertrag hatten die Partner im vergangenen November ausgehandelt.

Nun will die Regierung von Ministerpräsident Alexis Tsipras nicht abgeschlossene Privatisierungen allerdings nochmals überprüfen. „Wir haben gesagt, dass wir ihn stoppen und überprüfen werden“, sagte der griechische Staatsminister Alekos Flabouraris am Samstag im griechischen Fernsehen.

Grund genug für die Netzgemeinde, sich am Montag ausführlich über Fraport auszutauschen. In den vergangenen 24 Stunden ist die Zahl der Blogeinträge und Tweets zu Fraport um 90 Prozent gestiegen. An der Börse gab die Fraport-Aktie des Unternehmens, das im MDax gelistet ist, am Montag nach – von 53,96 Euro zu Handelsbeginn auf bis zu 53,28 im morgendlichen Handel. Das entspricht einem Minus von etwa 0,93 Prozent. Erst am späteren Vormittag scheint sich der Titel wieder zu fangen.

Gewissheit darüber, ob der Deal am Ende stattfinden kann, könnte es erst in einigen Monaten geben. Geplant war, den Vertrag noch in diesem Jahr zu unterzeichnen. Wie Fraport noch am Sonntag mitteilte, gehe man weiterhin an einem erfolgreichen Abschluss des Kaufs aus. Da vom Ansprechpartner des Unternehmens, dem griechischen Pensionsfonds, noch nichts zu hören war, wird sich Fraport nicht an den Spekulationen beteiligen, hieß es weiter.

Fraport würde, sollte der Deal stattfinden, sich als größerer Partner des Konsortiums für 800 Millionen in die griechischen Flughäfen einkaufen. Vor der Meldung hatten Analysten den Titel Anlegern noch empfohlen. Johannes Braun, Analyst bei der Commerzbank und Johannes Rothenbacher von Equinet beließen die Einstufung auf „Buy.“

Niklas Dopheide
Niklas Dopheide
Handelsblatt / Freier Mitarbeiter

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  • dies kontrollieren. Man redet über Korruption und die will die Regierung Tsipras bekämpfen.

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