Aktie im Fokus
Geplatzter Deal schickt BVB auf Talfahrt

Wie gewonnen, so zerronnen: Nach den kräftigen Kursgewinnen vom Freitag geht die BVB-Aktie am Montag wieder auf Tauchstation. Nach dem gescheiteten Deutsche-Bank Deal sucht der Vorstand jetzt nach neuen Finanzpartnern.
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DortmundDie gescheiterten Verhandlungen über einen Einstieg der Deutschen Bank haben am Montag für einen kräftigen Kursrutsch bei Borussia Dortmund gesorgt. Die Aktien fielen in der Spitze um fast zehn Prozent, am Mittag betrug das Minus noch immerhin knapp fünf Prozent.

Bereits am Freitag beschloss der Vorstand der Deutschen Bank einstimmig keine Beteiligung an dem Bundesligaclub einzugehen. Zuvor hatten zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters gesagt, eine Beteiligung am BVB sei ebenso denkbar wie eine Werbepartnerschaft. In Medienberichten hatte es zudem geheißen, Deutschlands größtes Geldhaus wolle zehn Prozent an Borussia Dortmund übernehmen. Die Deutsche Bank war bereits einmal BVB-Aktionär. Zur Stabilisierung des Börsenkurses hatte das Geldinstitut kurz nach dem BVB-Börsengang im Herbst 2000 ein Aktienpaket gekauft, sich rund drei Jahre später aber wieder von der Beteiligung getrennt.

Der mögliche Einstieg hatte die Fantasie der Anleger geweckt. Die BVB-Aktie schoss am Freitag noch um mehr als zwölf Prozent auf 4,67 Euro in die Höhe. Der einzige börsennotierte deutsche Fußballclub wird am Markt derzeit mit rund 250 Millionen Euro bewertet. Damit ist der Bundesligazweite aber immer noch weit von einstigen Höhen entfernt. Beim Börsengang im Jahr 2000 kostete das Papier elf Euro. Doch sofort nach dem Börsendebüt rutschte die Aktie unter den Ausgabekurs, der nie wieder erreicht wurde. 

Nach dem Abwinken der Deutschen Bank wird Borussia Dortmund aber weiter nach Finanzpartnern suchen. „Zur Sicherung eines nachhaltigen Wachstums“ werde der BVB „weitere Sondierungsgespräche mit mehreren interessierten Unternehmen führen“, teilte Deutschlands einziger börsennotierter Fußballverein am Freitagabend mit.

Borussia Dortmund ist Deutschlands bislang einziger börsennotierter Fußballclub. Erst am Donnerstag hatte die Deutsche Börse mitgeteilt, dass der BVB an der Börse zum 23. Juni in den SDax aufsteigt. Der Index bildet kleinere Aktiengesellschaften, sogenannte Small Caps, ab. Er umfasst hinter dem Dax (30 Unternehmen) und dem M-Dax (50) die Aktiengesellschaften 81 bis 130, sozusagen die dritte Liga.

Der BVB hatte zuletzt glänzende Zahlen geschrieben und sich sportlich hinter dem FC Bayern München als Nummer zwei im deutschen Fußball etabliert. 305 Millionen Euro Umsatz und 51,2 Millionen Euro Gewinn bedeuteten im vergangenen Geschäftsjahr (2012/2013) Vereinsrekord. Die Aktien des BVB befinden sich zu gut 75 Prozent in Streubesitz. Borussia selbst hält gut 7 Prozent.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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