Aktie im Fokus: Gildemeister
Bielefelder stemmen sich gegen den Trend

Die Auftragslage bei den Maschinenbauern ist derzeit nicht besonders rosig. Dennoch ist das MDax-Unternehmen Gildemeister auf Rekordkurs. Die vorgelegten Halbjahreszahlen kamen bei den Börsianern gut an.

HB FRANKFURT. Eigentlich leiden Maschinenbauer unter einer schwachen Weltkonjunktur besonders. In Bielefeld ist davon aber noch nichts zu spüren: Der Werkzeugmaschinenbauer Gildemeister hat nach einem starken Abschneiden im ersten Halbjahr seine Jahresprognose angehoben. Zudem kündigte Gildemeister eine mögliche Dividendenerhöhung an. Der Aktienkurs des im MDax notierten Unternehmens reagierte mit einem Plus von rund vier Prozent und stieg auf über 18 Euro. Damit ist das Jahreshoch von über 23 Euro zwar noch lange nicht erreicht, doch im Vergleich zum zwischenzeitlichen Tiefststand im Januar von unter 10 Euro steht die Aktie gut da.

Der Umsatz des Unternehmens stieg im ersten Halbjahr im Vorjahresvergleich um 20 Prozent auf über 850 Millionen Euro, das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) um 53 Prozent auf 70 Millionen Euro. Zudem legten die Auftragseingänge um über 30 Prozent auf rund 1,1 Milliarden Euro zu.

Gildemeister hat damit die Erwartungen der Analysten deutlich übertroffen. "Die Margen sind hervorragend. Wir hatten Befürchtungen wegen den steigenden Rohstoffkosten, aber da ist zumindest bisher noch nichts zu sehen", sagt Gordon Schönell, Analyst beim Bankhaus Lampe. Insbesondere der hohe Auftragseingang habe ihn überrascht. Der Branchenfachverband VDMA hatte jüngst für die Monate Mai und Juni deutliche Auftragsrückgänge bei den Maschinenbauern vermeldet. Die Aufträge lagen unter dem Niveau des Vorjahres.

"Gildemeister profitiert offensichtlich von seiner starken Marktposition", sagt Schönell. "Nun bleibt abzuwarten, wie sich die Auftragslage weiter entwickelt." Während es im ersten Quartal ein Auftragsplus von 40 Prozent gab, lag das Plus im zweiten Quartal nur noch bei 22 Prozent. "Es gibt also eine Abschwächung, allerdings auf hohem Niveau", sagt der Analyst. Für 2008 geht das Bankhaus Lampe von einem Umsatzwachstum aus, für 2009 rechnet die Bank aber nur noch mit einem stabilen oder minimal steigendem Umsatzniveau. Schönell bleibt bei seiner Empfehlung "halten", wird das bisherige Kursziel von 18 Euro aber leicht erhöhen.

Vielleicht könnte der Aktienkurs aber noch höher schießen. Vor kurzem kam das Gerücht auf, russische Investoren wollten das Bielefelder Unternehmen übernehmen. "Wenn sich das konkretisiert, gebe es ein deutliches Steigerungspotenzial. Aber das ist bisher nur Spekulation", sagt Schönell.

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