Aktie im Fokus
Hawesko: Bitterer Beigeschmack

Die Handelsgruppe Hawesko stellt ihr Geschäft mit Bordeaux-Spitzenweinen zur Disposition. Analysten sehen eine gute Einstiegsgelegenheit für langfristig orientierte Anleger. 
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Das Etikett der Flasche ist schlicht: geschwungene, goldene Schrift auf weißem Grund. Das Aroma sei überwältigend, heißt es in der Beschreibung, es sei einer der größten Weine, die Bordeaux bisher hervorgebracht habe. Und doch: Topweine wie der 2009 Château Mouton-Rothschild, den die Hamburger Hawesko-Gruppe - nach eigenen Angaben Deutschlands größtes Handelshaus für hochwertige Weine und Champagner - in ihrem Onlineshop anpreist, verkaufen sich schlecht.

In Fernost, vor allem in China, ist die Nachfrage nach den edlen Tropfen für teils mehrere Tausend Euro pro Flasche seit 2012 stark zurückgegangen und sinkt weiter - nicht zuletzt wirkt sich die staatlich verordnete Antikorruptionskampagne aus, die vor allem Luxusartikel trifft. Die Aktie des im Kleinwerteindex S-Dax notierten Unternehmens entwickelt sich dennoch recht stabil.

Die Hawesko-Gruppe setzte im vergangenen Jahr über ihre drei Vertriebskanäle - Einzelhandel (Jacques’ Wein-Depot), Großhandel (Wein Wolf), Versandhandel (Hanseatisches Wein Sekt Kontor) - 449 Millionen Euro um. Der unerwartet hohe Verlust der französischen Tochter Château Classic, die auf den Handel mit Bordeaux-Spitzenweinen spezialisiert ist, zehrte das Nettoergebnis im dritten Quartal vollständig auf.

Das Geschäft, das knapp drei Prozent zum Gesamtumsatz beisteuert, steht nun zur Disposition. Das Management will das Problem schnell lösen; erwartet werden Kosten von 3,5 Millionen Euro durch Schließung oder Veräußerung.

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