Aktie im Fokus
Hedge-Fonds nehmen Daimler ins Visier

Autoaktien sind wieder einmal unter Druck geraten. Nur Daimler stemmt sich gegen den Trend. Spekulationen um den Einstieg eines Hedge-Fonds sorgen an der Börse für Wirbel und verhelfen der Aktie zu einer Spitzenposition im Dax. Der Autobauer selbst sieht sich nicht als Übernahmekandidat. Gleichzeitig hat Daimler sein Aktienrückkaufprogramm gedrosselt.

HB FRANKFURT. Die Daimler-Aktie legte am Montag zeitweise um rund vier Prozent auf 38,07 Euro zu. Im Laufe des Tages pendelte sich der Kurs bei einem Plus von zwei Prozent ein. Daimler war damit einer der größten Gewinner im Dax.

Zugleich ist es der erste nennenswerte Anstieg seit der Gewinnwarnung im zweiten Quartal. Die Wertpapiere waren danach um mehr als elf Prozent abgestürzt. "Im Vergleich zu VW und BMW ist die Aktie günstig zu haben", kommentierte ein Börsianer.

Aber es gibt noch einen weiteren Grund für das plötzliche Interesse der Investoren: Ein Hedge-Fonds soll sich in größerem Stil beim Autobauer Daimler eingekauft haben. Banken hätten Daimler über umfangreiche Käufe informiert, berichtete das Magazin "Focus" unter Berufung auf ein Aufsichtsratsmitglied.

Eine Daimler-Sprecherin betonte am Montag, dem Unternehmen lägen keine Informationen vor, dass ein Hedgefonds Positionen in Daimler aufbaue. Weder am Aktienmarkt noch von den Banken, mit denen Daimler in Kontakt stehe, habe das Unternehmen Hinweise erhalten, wonach ein Finanzinvestor sich bei Daimler in größerem Stile einkaufe. Es gebe auch keine Indizien dafür, dass sich der Anteil der Finanzinvestoren unter den Aktionären von Daimler in den vergangenen Wochen erhöht habe. Nach früheren Aussagen von Daimler-Finanzchef Bodo Uebber seien bis zu 20 Prozent der Anleger von Daimler kurzfristig investiert. Den Anteil der Hedge-Fonds bei Daimler hatte Uebber nach früheren Aussagen zwischen zehn bis 15 Prozent beziffert.

Einziger Großaktionär bei den Schwaben ist das Emirat Kuwait mit 7,6 Prozent der Anteile. 92 Prozent sind Streubesitz, der Löwenanteil davon allerdings liegt bei institutionellen Investoren, worunter auch Hedge-Fonds sein können. In Deutschland müssen Beteiligungen an Aktiengesellschaften erst ab einer Höhe von drei Prozent gemeldet werden.

Der kuwaitische Staatsfonds KIA denkt laut dem Finanzminister des arabischen Landes, Mustafa al-Schamali, daran, seine Partnerschaft mit Daimler auszuweiten. Details nannte der Minister gegenüber der kuwaitischen Nachrichtenagentur Kuna am Sonntag aber nicht.

Der Daimler-Aktienkurs war zuletzt gesunken, was Übernahmespekulationen geschürt hatte. Fondsmanager rechneten mit dem Einstieg eines strategischen Investors bei dem Autokonzern. Die Aktie des Autobauers hat seit Jahresbeginn fast die Hälfte an Wert verloren.

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