Aktie im Fokus
Heidelberger unter Druck

In der Druckindustrie ist die Lage alles andere als rosig. Restrukturierungsprogramme werden erwartet. Fallen sie nicht scharf genug aus, bestraft dies die Börse sofort. Heute hat es eine Aktie im MDax erwischt.

HB FRANKFURT. Die Stimmung in der Druckindustrie ist schlecht. Die Kostensteigerungen bei Stahl und Energie sowie der starke Euro belasten die Druckmaschinenhersteller sehr. Das Internet als neue Werbeplattform verringert die Nachfrage nach Maschinen für den Werbedruck. Der Weltmarktführer bei Bogenoffset-Maschinen, Heidelberger Druck, bekommt dies besonders zu spüren. Vor rund einem Jahr stand die Aktie noch bei rund 40 Euro, seitdem ist sie kontinuierlich gefallen. Wer dachte, allmählich könnte es nicht mehr weiter bergab gehen, sieht sich getäuscht. Heute stürzte die Aktie um weitere fünf Prozent ab auf deutlich unter 13 Euro.

Analysten halten das angekündigte Restrukturierungsprogramm für unzureichend. "Die Probleme werden nicht stringend genug angegangen", sagt Jürgen Wagner, Analyst beim Bankhaus Sal. Oppenheim. Er hält eine stärkere Produktionsverlagerung in Niedriglohnländer für unabdingbar. Außerdem gebe es in der Weiterverarbeitung der Druckerzeugnisse, im sogenannten Post-Press-Bereich, nur kosmetische Korrekturen. "Wir haben mehr strategische Einschnitte erwartet", sagt Wagner.

Ein anderer Analyst erklärt, die Einspareffekte durch die Restrukturierung fielen zu gering aus. Zugleich seien die Kosten, die mit dem Abbau der rund 500 Stellen verbunden sind, höher als erwartet. Auch der mittelfristige Ausblick sei enttäuschend. "Es gibt kein Licht am Ende des Tunnels", sagt der Analyst, der namentlich nicht genannt werden will.

Allerdings steht Heidelberger Druck mit seinen Problemen nicht alleine da. Der Konkurrent Koenig & Bauer (KBA) hat seine Tiefdrucksparte verkauft und ebenfalls Arbeitsplätze gestrichen. MAN Roland wollte an die Börse, hat diesen Plan aber vorerst zurückgezogen. "Die gesamte Branche kämpft mit strukturellen Problemen", erklärt Wagner. Heidelberger Druck reagiere darauf unzureichend. Der andere Analyst sieht dies ähnlich: "Es werden nur die Symptome bekämpft, aber nicht die Krankheit."

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%