Aktie im Fokus
HRE-Aktie zieht an – „Da zocken einige“

Die Aktie der Krisenbank Hypo Real Estate legt kräftig zu - und liegt an der Spitze im MDax. Hintergrund sind die Verhandlungen zwischen Großaktionär und Bundesregierung. Offenbar spekulieren nicht wenige, doch noch auf ein lukratives Angebot.

HB FRANKFURT. Die Papiere der Hypo Real Estate (HRE) haben sich am Freitag mit einem Aufschlag von 6,78 Prozent auf 1,26 Euro die Spitzenposition im MDAX gesichert. Ein Händler verwies auf Berichte, wonach sich die Bundesregierung erstmals mit dem US-Großaktionär Christopher Flowers an einen Tisch gesetzt habe.

"Da hoffen ein paar Marktteilnehmer offenbar doch noch auf ein Übernahmegebot oder eine höhere Abfindung", sagte der Börsianer. Man könne es auch ganz einfach zusammenfassen: "Da zocken einige."

Am Freitag will die Regierung nach Informationen der Nachrichtenagentur DPA bei einem Spitzentreffen der zuständigen Minister mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) über das weitere Vorgehen beraten. Als letztes Mittel soll eine Enteignung von Aktionären zwar möglich sein. Die Union will jedoch durchsetzen, dass zuvor alle anderen, milderen rechtlichen Möglichkeiten ausgeschöpft werden sollen. Dazu zählen ein Übernahmegebot oder ein Kapitalschnitt. Der Bund prüft dem Vernehmen nach auch eine geordnete Teilinsolvenz mit Übernahme der HRE-Bankentöchter wie der Depfa durch den Bund.

An dem Gespräch mit der Kanzlerin sollen Außenminister Frank- Walter Steinmeier (SPD), Finanzminister Peer Steinbrück (SPD), Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU), Innenminister Wolfgang Schäuble (CDU), Justizministerin Brigitte Zypries (SPD) und Kanzleramtsminister Thomas de Maizière (CDU) teilnehmen, erfuhr dpa. Eine erste Runde in dieser Besetzung hatte Anfang Februar keine Lösung gefunden.

Der Münchner Immobilien- und Staatsfinanzierer Hypo Real Estate hat bereits 102 Mrd. Euro an Kapitalhilfen und Garantien erhalten. Der Konzern hatte sich in der Finanzkrise mit riskanten Kreditgeschäften verspekuliert.

Flowers, der auch an der HSH Nordbank beteiligt ist, hatte im vergangenen Sommer etwa 25 Prozent der HRE-Anteile für 22,50 Euro pro Stück gekauft. Am Donnerstag kostete die Aktie nur noch 1,18 Euro. Durch einen Ausstieg würde Flowers etwa eine Milliarde Euro verlieren.

Die Union wirft Steinbrück vor, die Verhandlungen mit Flowers hätten viel früher beginnen müssen. Der Vize-Chef der Unionsfraktion im Bundestag, Michael Meister (CDU), sagte der dpa, Steinbrück setze zu sehr auf das Thema Enteignung. "Das ist ein Fehler", sagte Meister. Grundsätzlich sei es aber richtig, die HRE zu retten. Die Regierung muss bis Ende März eine Lösung finden. Dann muss die HRE ihren Jahresabschluss vorlegen.

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