Aktie im Fokus
Infineon-Aktie: In der Schmuddelecke

Infineon-Anleger dürfen sich auch in den kommenden Wochen auf heftige Kursschwankungen gefasst machen. Zwar gehört die Aktie des Chipherstellers heute zu den großen Gewinnern. Dass es weiter nach oben geht, ist angesichts der großen Probleme des Konzerns aber wenig wahrscheinlich.

FRANKFURT. Peter Bauer hat keinen leichten Job. Seit Juni sitzt er auf dem Chefsessel beim Münchener Chiphersteller Infineon. Seither ist der Aktienkurs um mehr als 90 Prozent auf 70 Cents abgerutscht. Ein Dax-Konzern als Pennystock - das hat es zuvor noch nicht gegeben. Peinlich für die Deutsche Börse; peinlich auch für Bauer, den noch neuen Boss. Die Infineon-Aktie ist zu einem Zockerpapier verkommen.

Anleger dürfen sich auch in den kommenden Wochen auf heftige Kursschwankungen gefasst machen. Zwar gehörte die Aktie des Chipherstellers gestern mit einem Plus von rund sechs Prozent zu den großen Gewinnern. Dass es weiter nach oben geht, ist angesichts der großen Probleme des Konzerns aber wenig wahrscheinlich.

Der Grund für den Miniaufschwung gestern taugt gleichsam als Erklärung für künftige Verluste. Das Magazin "Focus" hatte am Wochenende berichtet, Infineon werde seiner Chiptochter Quimonda finanziell unter die Arme greifen. Unternehmenskreise haben das mittlerweile bestätigt. Seit Wochen wird spekuliert, dass die Pleite der Tochter möglicherweise kurz bevorstehen und bei der Konzernmutter einen verheerenden Schaden anrichten könnte. Infineon habe sich bereit erklärt, mit rund 50 Millionen Euro auszuhelfen, heißt es. Das aber reicht bei weitem nicht aus, um Quimonda mittelfristig über Wasser zu halten.

Analysten zufolge braucht das schwer angeschlagene Unternehmen rund 500 Millionen Euro. Zu viel für Infineon, das seinerseits bis 2010 einen riesigen Kapitalbedarf hat. Die Unternehmenslenker haben es versäumt, sich rechtzeitig von Quimonda zu trennen, aus Angst die malade Tochter unter Wert zu verkaufen. Jetzt ist es zu spät - Quimonda ist ein Fass ohne Boden geworden. Selbst geschenkt wäre Quimonda noch zu teuer.

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