Aktie im Fokus: Krim-Krise belastet Stada

Aktie im Fokus
Krim-Krise belastet Stada

Die Krise in der Ukraine trifft den Pharmakonzern Stada. Das Unternehmen ist in dem osteuropäischen Land engagiert. Analysten befürchten erhebliche Währungsverluste. Die Aktie fällt um acht Prozent.
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FrankfurtDer Ukraine-Konflikt hat Anleger am Montag in Scharen aus den Aktien von Stada getrieben. Sie befürchten, dass die Geschäfte des Arzneimittelherstellers unter der Krise leiden. Zeitweise büßte die im MDax notierte Aktie mehr als acht Prozent ein und war damit einer der stärksten Verlierer in dem Nebenwerte-Index. Stada hat in den vergangenen Jahren - auch durch mehrere Übernahmen - sein Geschäft in Osteuropa deutlich ausgebaut. Im Gesamtjahr 2012 machte das Geschäft in Russland und in der Ukraine zusammengenommen rund ein Fünftel des Konzernumsatzes von 1,84 Milliarden Euro aus. Russland ist inzwischen der wichtigste Auslandsmarkt für das Unternehmen aus Bad Vilbel bei Frankfurt.
Stada selbst spürt nach eigenen Angaben bislang keine negativen Folgen für sein Geschäft. "Wir sehen durch die Spannungen in der Ukraine bisher keine Belastung der Geschäftsaktivitäten", erklärte ein Stada-Sprecher am Montag.
"Die möglichen Auswirkungen des Krim-Konflikts für das Geschäft von Stada sind bislang noch nicht klar", kommentierte das Bankhaus MM Warburg. Falls die Krise sich verschärfe, könnten negativen Folgen für die russische Landeswährung Rubel die Gewinne des Unternehmens schmälern. Auch nach Einschätzung des Bankhauses JP Morgan könnte Stada 2014 im wichtigen Russland-Geschäft mit starkem Gegenwind durch Währungsverluste zu kämpfen haben.
Der Konzern, der unter anderem durch Produkte wie Ladival-Sonnencreme und Grippostad bekannt ist, erwirtschaftete 2012 in Russland 343 Millionen Euro, in der Ukraine mehr als 30 Millionen Euro. Im russischen Pharmamarkt lag der Anteil von Stada 2012 bei 4,5 (2011: 4,2) Prozent. Erst vergangene Woche schloss der Konzern die Übernahme von Geschäften mit rezeptfreien Arzneien gegen Halsschmerzen und Nebenhöhlen-Entzündungen für den russischen Markt ab. In Ländern wie Russland und der Ukraine ist der Pharmamarkt noch wenig reguliert. Dort wird ein erheblicher Teil der Medikamente aus eigener Tasche gezahlt. Die Gewinnspannen sind für Stada dort besonders hoch.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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