Aktie im Fokus
K+S-Aktie fährt Achterbahn

Die Aktien des Kasseler Düngemittelherstellers K+S haben am Donnerstag kräftig geschwankt. Auf Absturz folgte die Erholung, auf Erholung folgte der Absturz. Schuld waren die negativen Geschäftsaussichten eines Konkurrenten. Die Analysten bleiben trotzdem optimistisch.

HB FRANKFURT. Die Aktien des Düngemittel- und Salzanbieters K+S AG haben am Donnerstag als Folge einer pessimistischen Aussage eines Mitbewerbers im frühen Handel in der Spitze bis zu 7.8 Prozent an Wert verloren, sich dann aber wieder berappelt, um am Nachmittag erneut rund vier Prozent ins Minus abzurutschen.

Analysten zufolge ist K+S kaum von der pessimistischen Aussage des amerikanischen Mitbewerbers Mosaic betroffen, die besonders im frühen Geschäft die Aktie des Kasseler Unternehmens belastete. Die in Plymouth/Minnesota, USA, beheimatete Mosaic hatte sich Analysten zufolge am Mittwoch nach Handelsschluss in den USA pessimistisch zu ihrer Phosphatdüngersparte geäußert. In der Folge gerieten die Aktien der wichtigen kanadischen Düngemittel-Konzerne Potash Corporation of Saskatchewan (PCS) und Agrium kräftig unter Druck.

Die pessimistischen Aussagen von Mosaic haben sich Analysten zufolge aber nicht auf den Bereich Kali- und Magnesiumdünger bezogen, dem Kernbereich von K+S. Mosaic habe sich vorsichtig zum künftigen Absatz von Phosphatdüngern geäußert, da die Phosphatdünger-Läger weltweit gut gefüllt seien. Dies sei von den Marktteilnehmern als Absatzwarnung im Bereich Phosphatdünger gedeutet worden. Die Mosaic-Aktie sei daraufhin abgestürzt und habe den gesamten Sektor in Mitleidenschaft gezogen. Dass sich die K+S-Aktie zwischenzeitlich wieder erholt habe zeige, dass die meisten Marktteilnehmer realisiert hätten, dass sich die pessimistischen Aussagen von Mosaic nicht auf den Kernbereich der K+S AG Kali- und Magnesiumdünger bezogen hätten, erklärte ein Analyst, der namentlich nicht genannt werden wollte.Dort sei die Nachfrage nach wie vor ungebrochen, was auch Mosaic bestätigt habe.

Wegen des rasanten Preisanstiegs für Kalidüngemittel hatte der K+S-Konzern 2008 mehrmals seine Gewinnprognose nach oben angehoben, was zu einem kräftigen Kursanstieg geführt hatte. Seit ihrem Dax-Aufstieg am 22. September hat die Aktie allerdings deutlich an Wert eingebüßt. Hintergrund ist unter anderem eine gewisse Sorge und Skepsis aufgrund der fallenden Preise für pflanzliche Erzeugnisse. Der Markt für Kalidünger sei aber weiter sehr eng und die Ertragslage der Landwirte nach wie vor gut, erklären Analysten.

Unicredit hat die Einstufung für die K+S-Aktie auf „Buy“ und das Kursziel auf 97 Euro belassen. Im Gegensatz zu Mosaic sei K+S im Markt für Phosphatdünger zwar nicht aktiv, doch könnte die Schwäche in nur einem der Düngemittel-Segmente die Stimmung für die anderen eintrüben, schrieb Analyst Andreas Heine in einer Studie vom Donnerstag. Es dürfte noch ein weiteres Quartal vergehen, bis positive Nachrichten zum Start der Düngemittelsaison in der nördlichen Hemisphäre die Stimmung wieder aufhellten. Aus fundamentaler Sicht sei der Kurseinbruch des K+S-Papiers nicht gerechtfertigt.

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