Aktie im Fokus
K+S-Aktie knickt ein

Sie gehört nicht zu den Schwergewichten, und doch zählt die Aktie von K+S zu aufregendsten im Dax. Lange ging es mit dem Kurs des Düngemittelherstellers nur nach oben. Doch zuletzt brauchten Anleger gute Nerven. Heute fällt der Kurs wieder einmal kräftig. Ist die jahrelange Wachstumsstory vorbei?

HB FRANKFURT. Die Aktie von K+S büßte am Montag zeitweise fünf Prozent auf 35,99 Euro ein. Anleger befürchten, dass das Unternehmen unter sinkenden Kalipreisen auf dem Weltmarkt leiden könnte. Darauf deuten Preisverhandlungen in Indien hin. Kali, neben Stickstoff und Phosphat einer der drei Hauptnährstoffe für Pflanzen, ist einer der wichtigsten Bestandteile von Düngemitteln für die Landwirtschaft - und eines der wichtigsten Produkte aus dem Hause K+S.

Bereits am Freitag war die Aktie des kanadischen Wettbewerbers Potash nach ersten Berichten über den Vertrag um 8,9 Prozent eingebrochen. Die Papiere des russischen Wettbewerbers Uralkali gaben am Montag an der Londoner Börse 5,5 Prozent nach.

Nach bislang unbestätigten Berichten in Fachmedien hat Indien vom russischen Kali-Produzenten Silvinit 850 000 Tonnen Kali zu einem Preis von 460 Dollar die Tonne bestellt. Dieser Preis liegt gut ein Viertel unter der Preisspanne von 625 bis 635 Dollar die Tonne, die Experten zufolge bislang von großen Kali-Produzenten angepeilt wurde. Silvinit wollte sich bislang zum Ergebnis der Preisverhandlungen in Indien nicht äußern.

Experten rechnen nun damit, dass durch die Silvinit-Vereinbarung auch andere Kali-Produzenten unter Druck kommen, ihre Preisvorstellungen nach unten zu korrigieren. "Falls Silvinit tatsächlich mit Indien zu 460 Dollar je Tonne abgeschlossen hat, müssen andere Produzenten nun entscheiden, wie sie mit ihren Angebotspreisen verfahren", sagte Vincent Andrews vom Bankhaus Morgan Stanley. Indien importiert normalerweise zwischen vier und fünf Mio. Tonnen Kali pro Jahr. Neben Indien stehen aber vor allem die Preisverhandlungen in China im Blickpunkt. China ist der weltgrößte Importeur von Kali und damit in der Lage, den Preisstandard bei Kali zu setzen.

Jahrelang profitierte die Düngemittelbranche von der Annahme, das Wachstum der Weltbevölkerung werde den Bedarf an Nahrungsmitteln steigern. Steigende Nachfrage, knappe Lagerbestände und Getreidepreise ließen die Preise für Kali tatsächlich in Rekordhöhe schießen. Mit dem Dünger von K+S arbeiteten Bauern auf der ganzen Welt. Auch der Rasen in der Münchener Allianz-Arena wurde mit Produkten aus Kassel veredelt. All das brachte K+S kräftige Erträge.

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