Aktie im Fokus
K+S-Aktie schmiert ab

Der Kasseler Düngemittelhersteller K+S schockt die Börse mit einer Gewinnwarnung. Das Unternehmen müsse die Produktion erneut drastisch drosseln, heißt es – zu wenige Aufträge insbesondere aus Europa. Dabei schien vor wenigen Wochen die Welt für die K+S-Aktionäre noch in Ordnung.

HB FRANKFURT. Als andere Aktien im März abgesackt waren, hatten sich die Papiere vergleichsweise gut gehalten; dazu konnten sich die Aktionäre über eine Rekorddividende von 2,40 Euro je Anteilsschein freuen. Doch dann der Schock: Der Kasseler Düngemittelhersteller gibt eine Gewinnwarnung heraus. Die Titel fallen daraufhin zeitweise mehr als 15 Prozent unter die Marke von 42 Euro und sind mit Abstand schwächster Wert im Dax. Wegen einer anhaltend schwachen Nachfrage werde die Produktion im zweiten Halbjahr weiter gedrosselt, hieß es. Am Vortag hatte bereits Konkurrent Potash Produktionskürzungen angekündigt.

K+S hat damit seine Hoffung auf einen Erholung der Düngemittelnachfrage in diesem Jahr begraben. Umsatz und Gewinn würden deshalb 2009 noch stärker zurückgehen als befürchtet, teilte der Salz- und Düngemittelhersteller mit. Der Konzern hatte für das laufende Jahr bereits einen spürbaren Umsatz- und Ergebnisrückgang prognostiziert, aber auf eine Erholung der Kali- und Magnesiumdüngemittelnachfrage im zweiten Halbjahr gesetzt. "Auch mit Blick auf die in wenigen Wochen bevorstehende Herbstdüngung gibt es bisher keine Anzeichen für eine signifikante Nachfragebelebung in Europa", erklärte der Vorstand nun. Viele Landwirte hatten zuletzt unter anderem wegen rückläufiger Getreidepreise weniger Düngemittel bestellt.

Erneute Produktionskürzungen beim Konkurrenten Potash hatten die Papiere bereits am Vortag belastet. Der weltgrößte Düngemittelhersteller aus Kanada hatte am Vortag mitgeteilt, seine Produktion unter um weitere 800 000 Tonnen zu drosseln. Potash rechnet aber im Gegensatz zu K+S wieder mit einer anziehenden Nachfrage im zweiten Halbjahr. K+S reduzierte seine Absatzerwartung für dieses Jahr auf 4,0 bis 4,5 Mio. Tonnen, nachdem bislang noch ein Absatz von knapp sechs Mio. Tonnen erwartet worden war. Nachdem die Produktion bereits in der ersten Jahreshälfte um zwei Mio. Tonnen gedrosselt wurde, steht im zweiten Halbjahr eine weitere Reduzierung um bis zu zwei Mio. Tonnen an. Auch bei den Preisen muss der Konzern deutliche Abstriche machen: Für eine Tonne Kaliumchlorid will K+S in Europa nun noch 435 Euro verlangen - bislang kostete diese 555 Euro.

Im Sog von K+S gaben auch die Aktien der europäischen Konkurrenz deutlich nach. Die Papiere des Schweizer Agrarchemiekonzerns Syngenta verloren 3,4 Prozent, in Norwegen gaben die Titel von Yara um sieben Prozent nach. "Die tiefere Prognose von K+S zieht den ganzen Sektor nach unten", sagte ein Händler.

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