Aktie im Fokus
K+S-Aktie steckt Kapitalerhöhung gut weg

Seit Wochen wurde über eine Kapitalerhöhung beim Düngemittelspezialisten K+S spekuliert. Jetzt sind die Details bekannt und die Anleger reagieren erleichtert. Nachdem es vorbörslich noch Verluste gibt, setzt sich die Aktie in der Spitzengruppe der Dax-Werte fest.
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HB KASSEL/FRANKFURT. Die Börse hat die erwartete Kapitalerhöhung des Düngemittel- und Salzhersteller K+S mit Erleichterung aufgenommen. In einem sehr schwachen Umfeld gehörten die Titel des Unternehmens zunächst zu den wenigen Gewinnern. Am Nachmittag lagen die Papiere mit 43,23 Euro nur unwesentlich unter dem Vortagesschluss. Der Dax gab gleichzeitig 1,7 Prozent nach.

Wegen sinkender Düngerpreise, einer schwachen Nachfrage und dem milliardenschweren Kauf des amerikanischen Salzherstellers Morton Salt war die Kapitaldecke von K+S zuletzt deutlich geschrumpft. Der Konzern hatte bei wichtigen Kennzahlen deshalb die eigenen Ziele verfehlt und auch bei den Ratingagenturen stand das Unternehmen auf der Beobachtungsliste. Eine Herabstufung der Kreditwürdigkeit hätte die künftige Kreditaufnahme spürbar verteuert. Am Markt war wegen der anhaltenden Düngerflaute bereits seit längerem über eine Kapitalerhöhung spekuliert worden. Nun herrschte eher Erleichterung über die Ankündigung der Kapitalerhöhung mit einem erwarteten Bruttoemissionserlös von gut 686 Mio. Euro.

Diese geplante Kapitalerhöhung um 16 Prozent des bisherigen Grundkapitals falle geringer als befürchtet aus, betonte Cheuvreux-Analyst Martin Rödiger. Das sorge für Erleichterung. Das Bezugsrecht sollte bei etwa 2,38 Euro bewertet werden. Auch ein Händler betonte, dass die Kapitalerhöhung am unteren Rand der Erwartungen von 0,6 bis 1,0 Mrd. Euro liege. Angesichts des Abschlags von 40 Prozent zum aktuellen Kurs dürfte die Finanzierungsmaßnahme seiner Meinung nach sehr gut laufen.

Analyst Stephan Kippe von der Commerzbank hob ebenfalls den "signifikanten Abschlag" bei der Kapitalerhöhung um 26,4 Mio. neue Aktien zu je 26 Euro hervor. Hintergrund der Maßnahme sei die Verbesserung der finanziellen Flexibilität nach dem Kauf von Morton Salt. Die beiden Großaktionäre BASF und Eurochem zögen unterdessen voll und ganz bei der Kapitalerhöhung mit.

K+S hatte am Vorabend angekündigt, dass der Emissionserlös in "erster Linie" der Verbesserung der Eigenkapitalausstattung des Unternehmens dienen solle. Zudem sollen die Erlöse die Möglichkeit zur Ablösung von Krediten eröffnen, die für die im Oktober 2009 abgeschlossene milliardenschwere Akquisition des amerikanischen Salzproduzenten aufgenommenen worden waren. K+S-Aktionäre können für 25 gehaltene Aktien vier neue erwerben. Die Bezugsfrist soll, wenn die zuständigen Unternehmen zustimmen, vom 27. November bis zum 10. Dezember laufen.

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