Aktie im Fokus
K+S stemmt sich gegen den schwachen Dax

Als würde es die Dax-Talfahrt nicht geben. Die Aktien von K+S fliegen seit Veröffentlichung der Übernahmeambitionen des kanadischen Rivalen Potash auf Wolke sieben. Glaubt man den Analysten, könnte das so weitergehen.
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DüsseldorfDer Salz- und Düngemittelhersteller K+S ist derzeit die interessanteste Aktie im Dax. Seit vergangenen Donnerstag zunächst vom Handelsblatt berichtet worden war, dass der kanadische Düngemittelhersteller Potash den kleineren Rivalen aus Deutschland einverleiben will, treibt es die Aktien täglich immer weiter nach oben. Allein nach Veröffentlichung von Potashs Übernahmeambitionen explodierte der Kurs nahezu.

Bis zu 40 Prozent schossen die Papiere ins Plus. Seit letzter Woche haben sich die Papiere um knapp 25 Prozent verteuert. Der Dax gab im selben Zeitraum über drei Prozent nach. K+S ist damit der einzige Titel im Dax, der auf Wochensicht zulegen konnte.

Und die Kursjagd geht munter weiter. Mit einem Plus von 2,1 Prozent auf 37,15 Euro stach der Düngemittelhersteller auch am Dienstag wieder einmal als einziger positiver Wert im Dax hervor. Der Leitindex selbst notierte 1,3 Prozent im Minus. Händlern zufolge spekulierten Anleger auf einen höheren Preis. Nach Informationen des Handelsblatt hält das Management von K+S eine Bewertung des Konzerns von rund 41 Euro je Aktie für deutlich zu niedrig. Finanzkreise sehen die faire Bewertung von K+S dem Bericht zufolge eher in Richtung 50 Euro.

Analysten der Deutschen Bank bewerten K+S zwar vorsichtiger – sie haben ihr Kursziel von 26 auf 36 Euro angehoben – dafür kassierten sie ihre Verkaufsempfehlung. Sie empfehlen Anlegern nun das Papier zu halten. Die Deutsche Bank rechnet mit einer Übernahme des Salz- und Düngemittelherstellers durch den kanadischen Wettbewerber, schrieb Analystin Virginie Boucher-Ferte in einer Studie vom Montag. Die Konsolidierung im Chemiesektor gewinne an Fahrt und weitere Transaktionen dürften folgen.

Die französische Großbank Société Générale hat ihre Kaufempfehlung für K+S zwar revidiert und in eine Halten-Position geändert, das Kursziel aber von 37 auf 40 Euro angehoben. Das Kaufinteresse von Potash und die Bewertung der Aktie würden vom schwachen Euro angetrieben, schrieb Analyst Rajesh Singla in einer Studie vom Dienstag. Die Gemeinschaftswährung habe die Position des Salz- und Düngemittelherstellers im weltweiten Düngemittelgeschäft substanziell verbessert.

Bislang ist noch unklar, wie die Konzernstruktur von K+S nach einer Übernahme aussehen wird. Insidern zufolge plane Potash keine Eingriffe in die Geschäftstätigkeit des deutschen Konkurrenten. Potash habe K+S schriftlich mitgeteilt, dass man gerne einen konstruktiven Dialog suchen würde, sagten mit der Sache vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Der Unternehmenssitz von K+S in Kassel solle Europazentrale einer gemeinsamen Gesellschaft werden. Potash wolle den geplanten Zukauf freundschaftlich angehen – ein Personalabbau sei nicht geplant.

Roman Tyborski
Roman Tyborski
Handelsblatt / Volontär

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