Aktie im Fokus
Linde macht sich krisenfest

Seit Juli ist die Linde-Aktie abgerutscht: Von 90 Euro sank die Aktie des Industriegase-Konzerns teilweise auf unter 50 Euro. Doch Analysten halten Linde für unterbewertet. Das Unternehmen sei auch in der Krise gut aufgestellt. Schuld am Kursverfall hätten Verkäufe einiger Großaktionäre wie der Deutschen Bank oder der Commerzbank.

FRANKFURT. Die Finanzkrise hat die Aktienkurse in den vergangenen Monaten weltweit kräftig durcheinander gewirbelt. Selbst die Linde-Aktie, normalerweise eine der Konstanten im Deutschen Aktienindex (Dax), wankte kräftig. Zuletzt belastete vor allem die Gewinnwarnung des US-Konkurrenten Praxair die Papiere des Industriegaseherstellers. Gestern gehörte Linde dann aber wieder zu den Gewinnern: Rund drei Prozent zog die Aktie an. Auf mittlere Sicht ist die Bilanz - wie bei fast allen Dax-Konzernen - aber ernüchternd. Seit Juli ist das Papier von mehr als 90 Euro auf zeitweise unter 50 Euro abgerutscht. Gestern notierte die Aktie bei rund 56 Euro.

Analysten trauen der Aktie künftig einiges zu. "Linde ist zu billig geworden", sagt Jürgen Reck, Analyst bei Sal. Oppenheim. Er empfiehlt, die Aktie zu kaufen. Für den Kursrückgang bei Linde seien zuletzt auch Großaktionäre wie die Commerzbank und die Deutsche Bank verantwortlich gewesen, die in größerem Umfang Positionen abgebaut hätten. Das Kursziel beließ Reck deshalb bei 76 Euro.

Neben der Produktion von Druck- und Flüssiggasen für die Industrie beliefert Linde auch antizyklische Wirtschaftszweige wie die Gesundheitspflege. Die dafür produzierten Gase kommen beispielsweise in Krankenhäusern zum Einsatz, um Operationsinstrumente steril zu halten.

Die Sparte Anlagenbau ist dagegen weitaus anfälliger für die Auswirkungen einer Rezession. Hier müsse Linde mit weniger Neuaufträgen in den kommenden Quartalen rechnen, sagt Reck. Dem stehe aber immerhin eine hohe Zahl bereits eingegangener Aufträge gegenüber. Allein im Geschäftsfeld Gase seien es 59 Projekte bis 2010. "Für die kommenden zwei Jahre ist Linde gut ausgelastet", sagt Reck.

Der Münchner Technologiekonzern hat sich in den vergangenen zwei Jahren gut im Markt positioniert. Der Umsatz stieg in den ersten drei Quartalen 2008 um elf Prozent auf rund neun Mrd. Euro. Durch die Übernahme der britischen BOC Group 2006 baute Linde-Chef Wolfgang Reitzle zudem die Stellung in Schwellenländern wie China aus und nahm die Führung auf dem Industriegasemarkt vor dem Hauptkonkurrenten Air Liquide ein. Dafür trennte er sich auch von der Gabelstaplersparte Kion. 2007 lag der Umsatz mit 12,3 Mrd. Euro über dem von Konkurrent Air Liquide mit 11,8 Mrd. Euro.

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