Aktie im Fokus
Lufthansa meistert Turbulenzen

Die Lufthansa agiert, die Konkurrenz stagniert: Während viele Fluggesellschaften im Moment rote Zahlen schreiben, zeigt sich die Lufthansa gut positioniert und liebäugelt gar mit Übernahmen. Die Kranich-Aktie gilt trotz des hohen Ölpreises als solide - im Gegensatz zu vielen Konkurrenten.

FRANKFURT. Jüngst rückt die zum Verkauf stehende Austrian Airlines (AUA) ins Visier der Kranichlinie. Erhält die Lufthansa den Zuschlag, würde sie zu Europas größter Fluggesellschaft noch vor Air France/KLM aufsteigen. In der Portokasse liegt genügend Geld - in den letzten Jahren legte die Lufthansa Rekordergebnisse vor. Vorstandschef Wolfgang Mayrhuber hat das Ziel ausgegeben, das sehr gute Ergebnis 2007 von rund 1,4 Mrd. Euro in diesem Jahr noch zu übertreffen. Dass dies gelingt, bezweifeln Analysten jedoch. Hohe Kerosinpreise, eine stagnierende Konjunktur und die Billigflieger machen es den großen Airlines schwer. Mehr als 25 Gesellschaften mussten dieses Jahr bereits ihren Betrieb einstellen.

"Im Vergleich zur Konkurrenz ist die Lufthansa aber bestens aufgestellt", glaubt Jürgen Pieper vom Bankhaus Metzler. So gilt die Aktie im Airline-Sektor als Liebling der Analysten. Dies bestätigt eine Analyse des Finanzdienstleister Bloomberg, der für die Aktie ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 8,4 berechnet und somit die Lufthansa als günstigsten europäischen Luftfahrtwert auszeichnet. Seit April fiel der Lufthansa-Kurs von gut 18 Euro auf rund 15 Euro. Im letzten Monat empfahlen 70 Prozent der Analysten die Aktie zum Kauf. Uwe Weinreich von der Unicredit etwa rechnet mit einem Zielkurs von 17,50 Euro.

Ausschlaggebend für die Entwicklung der Airlines ist der Ölpreis. Dabei sichert die Lufthansa im Gegensatz zur Konkurrenz 85 Prozent ihres Kerosinbedarfs mit Terminkontrakten (Liefervereinbarungen) über Monate hinweg ab. Fällt der Ölpreis jedoch weiter, wie schon in den letzten zwei Monaten, erlangt die Lufthansa zunächst keinen Vorteil.

Steigt das Preisniveau wieder erheblich, geriete die Profitabilität aller Airlines unter Druck und es könnte zu einer Marktbereinigung kommen, glaubt Nils Machemehl von der BHF-Bank. Allein für das erste Halbjahr stiegen bei der Lufthansa die Kerosinkosten um 50 Prozent auf 2,5 Mrd. Euro an.

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