Aktie im Fokus
Merck-Aktie kollabiert

Der Wechsel von Merck-Finanzvorstand Zachert an die Spitze des Spezialchemiekonzerns Lanxess sorgt für extrem Ausschläge an der Börse. Das Merck-Papier verliert zweistellig – die Lanxess-Aktie springt in die Höhe.
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Düsseldorf/FrankfurtGlaubt man der ersten Reaktion an den Aktienmärkten, ist dem Chemieunternehmen Lanxess ein Coup gelungen. Die Nominierung von Merck-Finanzvorstand Matthias Zachert verhilft der Aktie am Montagmorgen 8,3 Prozent ins Plus auf 48,75 Euro. Die Merck-Aktie hingegen stürzte am Morgen zeitweise mehr als zehn Prozent ab auf 120 Euro.

Am Vorabend hatte Lanxess überraschend verkündet, dass der langjährige Vorstandschef Axel Heitmann zu Ende Februar sein Amt niederlegt. Nachfolger soll spätestens Mitte Mai Zachert werden, der bis 2011 Finanzvorstand bei Lanxess war.

Auch wenn die Analysten Lanxess mit einem schwierigen Umfeld konfrontiert sehen, erwarten sie von ihm nun weitgehende Verbesserungen – immerhin habe er auch Merck erfolgreich mit umgebaut. Sie hoffen, dass er vom Aufsichtsrat dafür weitgehend freie Hand bekommt. Da die Aktie im vergangenen Jahr weit hinter dem Dax blieb, rechnen sie auch hier mit neuem Schwung durch die Personalie.

Auch die Analysten der Deutschen Bank begrüßten den Wechsel. „Das ist eine starke Personalie“, hieß es in einer Studie der Bank. Zachert habe einen guten Ruf als Sanierer und kenne Lanxess, was für einen reibungslosen Übergang spreche. Tatsächlich hatte sich Zachert als Finanzfachmann am Kapitalmarkt einen Namen gemacht, dort erwarb sich der Diplom-Kaufmann als eloquenter Kommunikator bei Investoren einen guten Ruf.

Auch weiß Zachert, was es heißt einen Konzern umzubauen. Merck, ein Chemie- und Pharmaunternehmen, baut derzeit 1600 Stellen ab und richtet den Konzern neu aus. Dabei gelang es, die Profitabilität deutlich steigern. Ähnliches steht jetzt wohl auch bei Lanxess an:

Der schwache Automarkt in Europa und stark gefallene Kautschukpreise hatten Lanxess 2013 getroffen. Der Konzern hat schon Anlagen gedrosselt und ein Sparprogramm im September aufgelegt, mit dem 100 Millionen Euro bis Ende 2015 eingespart werden sollen. Zacherts Vorgänger an der Lanxess-Konzernspitze, Axel Heitmann, hat den Abbau von 1000 Stellen eingeleitet.

Bereits in den vergangenen Jahren hat der Konzern Lanxess mit etwa 8000 Mitarbeitern in Deutschland und einem Konzernumsatz von 8,8 Milliarden Euro ein hartes Sanierungsprogramm durchlaufen. Lanxess war aus der Chemiesparte des Leverkusener Pharmariesen Bayer hervorgegangen und vor rund zehn Jahren an die Börse gebracht worden. 2012 gelang der Aufstieg in den Deutschen Aktienindex Dax.

Martin Dowideit, Leiter Digitales, Handelsblatt.
Martin Dowideit
Handelsblatt / Leiter Digitales
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dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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