Aktie im Fokus: Merck kämpft mit Risiken und Nebenwirkungen

Aktie im Fokus
Merck kämpft mit Risiken und Nebenwirkungen

Der Aktie von Merck legt kräftig zu und ist größter Gewinner im Dax. Hat die lange Durststrecke für die Anleger damit ein Ende? Die Unsicherheit bleibt groß.
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FrankfurtDer Pharma- und Chemiekonzern Merck KGaA hat die Latte hoch gelegt. Das Unternehmen aus Darmstadt will seinen Gewinn kräftig steigern: 35 bis 45 Prozent sollen im laufenden Jahr mehr herausspringen, erklärte Konzernchef Karl-Ludwig Kley heute bei der Vorstellung der Zahlen.

Mit einer so optimistischen Prognose hatten die meisten Analysten nicht gerechnet. Der Ausblick für das laufende Geschäftsjahr sei überzeugend und liege über den Erwartungen, heißt es in einem Kommentar der WGZ Bank. Auch bei den Anlegern kam die Ankündigung gut an. Die Aktie legte mehr als vier Prozent zu und setzte sich an die Spitze im Dax.

In den vergangenen Jahren wurden die Merck-Aktionäre nur selten mit guten Nachrichten verwöhnt. Im Dax gab es kaum eine schwächere Aktie. Während andere den Einbruch der Finanzkrise wieder aufgeholt haben, kam Merck nicht voran. Im Mai 2008 war eine Aktie noch über 90 Euro wert, aktuell kostet ein Anteilsschein rund 65 Euro – ein Minus von 24 Prozent.

Brechen nun bessere Zeiten für die Aktionäre an? Ein Blick auf das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) zeigt, dass Merck zu den günstigsten Unternehmen im Dax zählt. Merck ist an der Börse mit zehnfachen des erwarteten Gewinns bewertet. Zum Vergleich: Bayer kommt auf einen Wert von 13,5. Je niedriger das KGV, desto günstiger ist eine Aktie bewertet. Außerdem will Konzernchef Kley eine höhere Dividende spendieren. Künftig soll es 1,25 Euro je Aktie geben, 25 Cent mehr als im letzten Jahr. Gemessen am aktuellen Kurs von 65 Euro entspricht das einer Dividendenrendite von zwei Prozent. Der Dax-Durchschnitt liegt bei 2,7 Prozent.

Für Anleger geht die Rechnung aber nur dann auf, wenn das Unternehmen seine hochgesteckten Ziele erreichen sollte. Angesichts der Unwägbarkeiten, mit denen Merck nach wie vor zu kämpfen hat, ist das alles andere als sicher. Der größte Risikofaktor heißt Cladribin. Das Medikament gegen Multiple Sklerose galt als Hoffnungsträger für Merck. Doch die EU-Arzneimittelbehörde hat die Zulassung gestoppt. Möglich ist, dass Merck zu einem späteren Zeitpunkt einen neuen Antrag einreicht. Der Ausgang bleibt ungewiss.

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Nicht so stark wie es auf den ersten Blick scheint

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