Aktie im Fokus
Metro steigt im Ansehen

Nach der Insolvenz des größten Kaufhaus-Konkurrenten Arcandor haben Analysten erhöhen ihre Prognose für die Metro-Aktie erhöht. Die Übernahme der Karstadt-Kaufhäuser belastet den Kurs bisher noch nicht. Ob das in Zukunft so bleibt, hängt vor allem vom Kaufpreis und der Konsumlaune der Deutschen ab.

FRANKFURT. Als vor zwei Wochen die ersten Meldungen von einem möglichen Zusammenschluss der insolventen Arcandor-Tochter Karstadt mit der Metro-Tochter Kaufhof aufkamen, waren die Reaktionen am Aktienmarkt beinahe euphorisch. "Zu schön, um wahr zu sein", nannte Jürgen Elfers, Analyst bei der Commerzbank, dieses Szenario. Inzwischen zeichnet sich allerdings ab, dass mit einer schnellen Einigung nicht zu rechnen ist. Dennoch: Der noch vor kurzem relativ schlechte Ruf der Metro-Aktie unter Analysten bessert sich zusehends.

Seit Anfang Juni haben gleich mehrere Experten ihren Prognosen angehoben. Zwar raten laut Informationsdienst Bloomberg auf Sicht der vergangenen zwölf Monate nur neun von insgesamt 38 Analysten zum Kauf der Aktie. Der Umdenkprozess kommt jedoch bei einigen gerade erst in Gang. Wesentlicher Grund dafür ist nicht Chance für das Unternehmen, nach der Arcandor-Insolvenz möglicherweise dort günstig zum Zuge zu kommen, sondern ein Programm zur Steigerung der Effizienz, das auf den Namen Shape 12 hört. Rund 1,5 Mrd. Euro sollen damit bis zum Jahr 2012 durch eine verbesserte Produktivität und eine effizientere Verwaltung eingespart werden.

Xavier Le Mene von der Schweizer Großbank Credit Suisse hat deswegen erst zu Wochenbeginn sein Kursziel für die Aktie von 30 auf 46 Euro hochgestuft und traut ihr inzwischen sogar eine um 10 bis 15 Prozent bessere Kursentwicklung als dem Gesamtmarkt zu ("outperform"). Sollte Shape 12 ganz die Erwartungen erfüllen, hält er sogar den Sprung auf 54 Euro für möglich. Gestern stieg die Metro-Aktie erneut und wurde knapp über 37 Euro gehandelt.

Wo bei diesen Maßnahmen im Konzern angesetzt werden muss, ist seit längerem bekannt. Die beiden Elektronik-Töchter Media Markt und Saturn gelten dabei unter Börsianern als weitgehend sorgenfrei. Sogar in der tiefsten Phase der Rezession im ersten Quartal haben dort die Umsätze spürbar zugelegt. Beim einstigen Sorgenkind, dem Einzelhändler Real, sind laut Analyst Le Mene Anzeichen des Erfolgs erkennbar. Damit bleiben vor allem die deutschen Metro-Großmärkte, die vom Management umgekrempelt werden müssten.

Viel wichtiger als eine mögliche Übernahme der Karstadt-Häuser ist für Metro nach Ansicht von Börsianern, ob die überraschend positive Konsumlaune der Deutschen anhält. "Das deutsche Konsumwunder", nennt Carsten Klude vom Hamburger Bankhaus M.M. Warburg die trotz eines beispiellosen Konjunktureinbruchs und steigender Arbeitslosenzahlen anhaltende Kauflaune der Deutschen.

In den nächsten Wochen steht diese Entwicklung jedoch auf der Kippe. Sollte die Krise entgegen der allgemeinen Erwartungen anhalten, könnte die Arbeitslosenzahl doch noch bis an die Grenze von fünf Millionen steigen. Das hätte wiederum zur Folge, dass der private Konsum spürbar einbrechen dürfte.

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