Aktie im Fokus: Munich Re ist keine Katastrophenaktie

Aktie im Fokus
Munich Re ist keine Katastrophenaktie

Das vergangene Jahr war ein Erfolg für die Munich Re. Das Rückversicherungsunternehmen steigerte seinen Gewinn von 3,2 Milliarden auf 3,3 Milliarden Euro. Doch die Stimmung bei vielen Analysten ist eher verhalten.
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DüsseldorfDas Ergebnis der Munich Re übertraf sämtliche Erwartungen. Zwar gab es durch die Flut im Frühjahr, Hagelgewitter im Sommer und Stürme im Herbst Schäden in Milliardenhöhe, für die der Rückversicherer zu großen Teilen aufkommen musste. Allerdings blieb die Munich Re letztes Jahr von den Folgen einer Hurrikane-Zerstörung in den USA verschont. Daher musste das 1880 gegründete Traditionsunternehmen für Naturkatastrophen-Schäden mit 764 Millionen Euro rund 40 Prozent weniger ausgeben als noch 2012.

Alleine der Wirbelsturm Sandy an der US-Ostküste verursachte damals Kosten in Höhe von 800 Millionen Euro. Darüber hinaus spielte ein günstiger Steuerbescheid dem Dax-Konzern in die Karten. Mit 100 Millionen Euro bezahlten die Münchner nur einen Bruchteil so viel Ertragssteuern wie im vorangegangen Jahr.

Besonders profitierte das Unternehmen nach eigenen Angaben von Verlustvorträgen aus früheren Jahren in den USA, die es mit den jüngsten Gewinnen verrechnen konnte. Außerdem wurden Steuern für Vorjahre neu berechnet. Positives gab es auch aus dem Erstversicherungsgeschäft der Konzerntochter Ergo zu berichten, die ihren Gewinn von etwa 300 Millionen auf rund 400 Millionen Euro anheben konnte. Weniger gut hingegen lief es bei der Kapitaleinlage. Hier belastete die anhaltende Niedrigzinspolitik der Notenbanken den Rückversicherer. Das Kapitalanlageergebnis verringerte sich um acht Prozent auf 7,7 Milliarden Euro, was einer Rendite von 3,5 Prozent entspricht. Auch das Eigenkapital schrumpfte um vier Prozent auf 26,2 Milliarden Euro, während der Betriebsgewinn sogar um 17 Prozent auf 7,7 Milliarden Euro einbrach.

Dennoch will der Vorstand des Branchenprimus aufgrund der insgesamt erfreulichen Geschäftsentwicklung die Aktionäre belohnen: Die Dividende soll um 25 Cent auf 7,25 Euro erhöht werden. „Der Anstieg der Dividende zeigt, dass der Konzern auch künftig gute Ergebnisse erwartet“, kommentiert DZ-Bank-Analyst Thorsten Wenzel. Für das aktuelle Jahr befürchtet das Münchner Rückversicherungsunternehmen einen erhärteten Preiskampf bei der Absicherung gegen Naturkatastrophen.

Die klassischen Rückversicherer bekommen durch Großanleger wie Pensionsfonds, die in Katastrophenanleihen und andere alternative Anlagen intensivieren, zunehmend Druck. Auch im traditionellen Geschäft deutet sich eine Verstärkung des Preiskampfes an. Zum Jahreswechsel musste die Munich Re bereits bei der Vertragserneuerung in der Schaden- und Unfall-Rückversicherung einen Preisrückgang um 1,5 Prozent schlucken.

„Das Marktumfeld bleibt sehr herausfordernd“, erklärte das Unternehmen. „Der Wettbewerb ist zum Jahresende sogar noch spürbar härter geworden.“ Für die kommenden Erneuerungsrunden im April und Juli, bei denen dann zahlreiche Verträge im Naturkatastrophengeschäft verhandelt werden, rechnet Rückversicherungsvorstand Torsten Jeworrek mit einer noch schwierigeren Situation. Problematisiert wird die Lage zusätzlich durch die Kunden. Nachdem im vergangenen Jahr die Zahl der Naturkatastrophen zurückging, fordern die Versicherer bessere Konditionen.

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