Aktie im Fokus
Neue Abgas-Vorwürfe bringen VW-Aktie in Bedrängnis

VW-Skandal Teil 2? Die US-Umweltbehörde beschuldigt VW, auch größere Dieselmotoren manipuliert zu haben. Der Konzern weist die Vorwürfe zurück. Die Aktie rettet das dennoch nicht. Sie rutscht deutlich ins Minus.

Düsseldorf/Berlin/WashingtonHat VW auch bei Drei-Liter-Motoren getrickst? Der Konzern sagt nein, die US-Umweltbehörde ja. Für den Autokonzern könnte der Manipulationsskandal weitere Kreise ziehen. Schlimmer noch. Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, wären nicht nur VW-Modelle mit kleineren Motoren betroffen, sondern auch die hubraumstarken Marken Porsche und Audi. Die VW-Aktionäre reagieren dementsprechend verunsichert. Am Dienstag rutschten die Aktien mit einem Minus von 3,1 Prozent ans Dax-Ende. Zeitweise verloren die Papiere sogar mehr als vier Prozent.

„Sollte sich der Vorwurf bewahrheiten, würde dies die Kosten für 'Dieselgate' deutlich in die Höhe treiben“, sagte ein Händler. Zudem dürfte der Druck auf den neuen VW-Chef Matthias Müller größer werden, sollte auch Porsche in den Skandal verwickelt sein. Müller war Chef bei Porsche. Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, müsste Müller indirekt ebenfalls von den Abgasmanipulationen gewusst haben. Bislang gehörte Müller zu einer der wenigen VW-Manager mit einer weißen Weste.

Die US-Umweltschutzbehörde EPA hatte dem Wolfsburger Konzern am Montagabend vorgeworfen, die Schummel-Software auch bei Drei-Liter-Diesel-Motoren der Modelle VW Touareg, Porsche Cayenne sowie von mehreren Audi-Modellen eingebaut zu haben. Porsche entwickelt nur Benzinmotoren selber und greift für Diesel auf die Vorarbeit von Audi und VW zurück. In der Regel werden die Diesel für den Sportwagenbauer angepasst, etwa mit ein paar zusätzlichen Pferdestärken. Im Kern bleiben die Selbstzünder-Antriebe aber markenübergreifend identisch.

Volkswagen wies den neuen Vorwurf aber umgehend zurück. Man habe kein Programm installiert, „um die Abgaswerte in unzulässiger Weise zu verändern“. Die neusten Vorwürfe der EPA wiegen aber schwer. „VW hat einmal mehr seine Verpflichtungen missachtet, sich an die Gesetze zu halten, welche saubere Luft für alle Amerikaner sichern“, sagte EPA-Vertreterin Cynthia Giles laut Mitteilung. Den Kern des Vorwurfes beschreibt die Behörde wie folgt: „Die Software in diesen Fahrzeugen beinhaltet ein oder mehrere Zusatz-Instrumente zur Abgas-Kontrolle, die der Konzern bei der Zulassung der Modelle nicht offengelegt, beschrieben und begründet hat.“ Laut EPA erkennt eben jene Software, die der Behörde zunächst verborgen blieb, die Abgas-Testprozedur aus den USA und schaltet in einen Modus, der Stickoxide (NOx) gezielt mindert. Für NOx-Gase gelten in den Vereinigten Staaten besonders strikte Grenzen.

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Über 10.000 Diesel-Motoren in den USA sollen betroffen sein

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