Aktie im Fokus: Nokia nach Quartalsbericht unter Druck

Aktie im Fokus
Nokia nach Quartalsbericht unter Druck

Nokia schreibt wieder schwarze Zahlen. Gleichzeitig verzichtet der Handy-Riese erstmals seit 20 Jahren auf eine Dividende. Bei den Anlegern kommt diese Meldung gar nicht gut an.
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Mitte vergangenen Jahres stand die Aktie von Nokia kurz vor der Degradierung zum Penny-Stock. Bei 1,35 Euro schaffte die Aktie des ehemaligen Handy-Weltmarktführers dann aber die Wende. Bis Anfang Januar stieg der Kurs bis auf 3,50 Euro. Ein stattlicher Gewinn von mehr als 150 Prozent. Der jüngste Quartalsgewinn gibt Hoffnung auf weitere Kurssteigerungen. Der Verzicht auf eine Dividende zeigt aber, dass die Krise noch lange nicht ausgestanden ist.

Die Krise des finnischen Handy-Pioniers begann mit dem Siegeszug des Smartphones. Nokia verpasste damals den Sprung auf die Smartphone-Welle und kämpfte seit dem mit hohen Milliarden-Verlusten. Im vergangenen Quartal ist der finnische Handy-Riese in die schwarzen Zahlen zurückgekehrt. Nokia meldete einen Gewinn von 202 Millionen Euro für das letzte Vierteljahr 2012.

Doch die Krise ist noch lange nicht überwunden. Der Umsatz schrumpfte im Jahresvergleich um fast ein Fünftel auf 8,04 Milliarden Euro. Für das gesamte Jahr 2012 steht trotz des besseren Schlussquartal immer noch einen Verlust von 3,1 Milliarden Euro in der Bilanz. Zudem sollen die Aktionäre erstmals seit mehr als 20 Jahren keine Dividende erhalten. Damit will sich Nokia mehr finanziellen Spielraum verschaffen.

Die Wende ist mit dem ersten Quartalsgewinn seit eineinhalb Jahren noch nicht geschafft. Für das laufende Quartal kündigte Nokia wieder eine voraussichtlich negative operative Rendite im Kerngeschäft mit Mobiltelefonen an - ein Hinweis auf einen möglichen Verlust.

Wenige Stunden vor Veröffentlichung der Quartalsergebnisse von Nokia hatten bereits zahlreiche Anleger auf eine Enttäuschung gewettet. Etwa 19 Prozent aller Aktien des Unternehmens waren kurz vor Bekanntgabe der Zahlen verliehen, teilte der Datenanbieter Markit am Donnerstag mit. Anleger leihen sich Aktien eines Unternehmens, um sie sofort zu verkaufen. Im Börsenjargon wird dies "Leerverkauf" genannt. Dabei hoffen die Investoren darauf, die Papiere zum Ende der Ausleih-Frist billiger zurückkaufen zu können. Den Preisunterschied streichen sie als Gewinn ein.

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Für viele Bankhäuser kein Kaufkandidat

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