Aktie im Fokus
Ölfilm im Golf von Mexiko drückt Shell-Aktie

Ein im Golf von Mexiko entdeckter Ölfilm hat die Aktie des Energiekonzerns Shell auf Talfahrt geschickt. An den Shell-Plattformen gäbe es jedoch keine Anzeichen für ein Leck, erklärte der Ölkonzern.
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LondonAn der Londoner Börse haben am Donnerstag die Aktien des Ölkonzerns Shell zwischenzeitlich deutlich an Wert verloren, nachdem der britisch-niederländische Konzern einen Ölfilm nahe seiner Produktionsstätten im Golf von Mexiko bekanntgegeben hat. Der Konzern erklärte, obwohl noch nicht klar sei, ob das auf dem Wasser schwimmende Öl überhaupt von einem Shell-Projekt stamme, habe man vorsichtshalber ein Beobachtungsschiff zu der Stelle geschickt.

Die Aktie rutschte bis zum frühen Nachmittag fünf Prozent ins Minus. Sie erholte sich jedoch im weiteren Handelsverlauf deutlich und lag um 16.30 Uhr nur noch etwa 1,4 Prozent im Minus, nachdem der Konzern mitgeteilt hatte, dass es an eigenen Förderstätten keine Anzeichen für ein Leck gebe. Der Konzern betreibt zwei Förderplattformen in der Gegend, wo am Mittwochabend der Ölteppich entdeckt wurde.

Die US-Küstenwache entsandte am Donnerstag einen Hubschrauber in die betroffene Gegend vor der Küste des US-Staats Louisiana, um festzustellen, woher das Öl kommt. Shell schätzte das Volumen des Ölteppichs auf rund 954 Liter. Der Konzern entsandte zur Vorsichtsmaßnahme ein Schiff in das Gebiet rund 210 Kilometer südöstlich von New Orleans.

Derzeit sei die Ursache für den Ölfilm, der rund 1,6 mal 16 Kilometer groß sei, unklar, heißt es in der Mitteilung von Shell. „Die Absicht von Shell ist es, schnell, sicher und proaktiv zu reagieren, in enger Abstimmung mit den Aufsichtsbehörden.“ An der Börse brach die Shell-Aktie dennoch um vier Prozent ein. Vor zwei Jahren hatte die Explosion der BP-Plattform „Deepwater Horizon“ mit elf Toten und fast fünf Millionen Barrel ausgelaufenen Öls Schlagzeilen gemacht. BP wurde dadurch zwischenzeitlich in die Verlustzone gedrückt. Auch der Kurs für die Aktien des französischen Total-Konzerns waren Anfang April gesunken, nachdem ein Gasleck auf der „Elgin“-Plattform in der Nordsee bekanntgeworden war.

Die Ölschicht lag Berichten zufolge in einer Gegend rund 80 Kilometer vom Macondo-Ölfeld entfernt, wo die Explosion an einer Bohrplattform des Konzerns BP im April 2010 die schlimmste Ölpest in der Geschichte der USA nach sich zog. Shell betreibt im Golf von Mexiko die beiden Förderplattformen „Mars“ und „Ursa“. Insgesamt betreibt der Konzern in der Gegend sechs große Offshore-Anlagen, 13 Plattformen mit Besatzung und zahlreiche Unterwassersysteme.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur
Martin Dowideit, Leiter Digitales, Handelsblatt.
Martin Dowideit
Handelsblatt / Leiter Digitales

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