Aktie im Fokus
Pfleiderer steckt in der Klemme

Klagen über steigende Rohstoffpreise gehören in diesen Tagen schon zur Normalität. Aber die wie ernst ist die Lage wirklich? Ein Unternehmen aus dem MDax musste nun ernsthafte Schwierigkeiten einräumen. Nach einer Gewinnwarnung brach die Aktie des Holzverarbeiters Pfleiderer ein. Jetzt könnte das Unternehmen komplett übernommen werden.

FRANKFURT. Der bayerische Holzkonzern Pfleiderer hat die Märkte mit einer Gewinnwarnung geschockt. Im ersten Halbjahr fiel der Gewinn nach vorläufigen Zahlen viel geringer aus als erwartet. Dabei waren die Erwartungen nicht mal hoch. Dass das Ergebnis im ersten Halbjahr jedoch nur bei schmalen zehn Cent je Aktie liegen würde, hatte kein Analyst erwartet. "Die Zahlen lagen deutlich unter allen Schätzungen", sagt Ingbert Faust von Equinet.

Solche Nachrichten hört man an der Börse nicht gerne. Die Pfleiderer-Aktie verlor fast zehn Prozent ihres Wertes und war einer der größten Verlierer im Index der mittelgroßen Werte (MDax). Auch auf längere Sicht sieht das Bild nicht besser aus: in den letzten drei Monaten hat sich der Wert des Papiers halbiert; schlechter entwickelte sich in diesem Zeitraum kein anderer MDax-Wert. Mittlerweile kostet eine Aktie nur noch rund sieben Euro, vor einem Jahr mussten Anleger das Dreifache zahlen.

Es gibt mehrere Gründe für den Niedergang. Einen räumt das Unternehmen selbst ein. In der Pflichtmitteilung zur jüngsten Gewinnwarnung heißt es, man sehe "nur noch eingeschränkt Chancen, die Rohstoffkostensteigerungen in notwendigem Umfang zeitnah weitergeben zu können".

Was sich hinter dieser umständlichen Formulierung verbirgt: Pfleiderer steckt in der Klemme. Zum einen ist der Preis für Hölzer aller Art in den letzten Jahren tatsächlich deutlich gestiegen. Neben der Holz- und Möbelindustrie stürzen sich vor allem Papierfabriken und Bauunternehmen auf das Rohmaterial. Hinzu kommt eine wachsende Zahl privater Haushalte, die Brennholz verfeuern. Das treibt den Holzpreis.

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