Aktie im Fokus
Porsche wieder auf der Überholspur

Porsche-Aktien zählen zu den großen Gewinnern. Börsianer verweisen auf Spekulationen, der Autobauer habe einen Käufer für seine VW-Optionen gefunden. "Damit wäre Porsche aus dem Schlamassel raus", kommentierte ein Händler. Außerdem wird die Aktie durch eine positive Studie der Credit Suisse gestützt.

HB FRANKFURT. Die Titel des Stuttgarter Sportwagenbauers gewannen knapp acht Prozent auf 46,50 Euro. Die im Dax gelisteten VW-Stammaktien gaben indes um zwei Prozent nach, VW-Vorzüge gewannen 1,1 Prozent.

Am Vortag hatte die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf Finanzkreise geschrieben, Katar denke über eine direkte Beteiligung bei VW nach und Porsche sei in fortgeschrittenen Verhandlungen über den Verkauf von Optionen auf VW-Stammaktien. "Damit wäre Porsche aus dem Schlamassel raus", kommentierte ein Händler.

Ähnlich schrieb Analyst Marc-Rene Tonn von M.M.Warburg, dies wäre eine gute Nachricht für den Stuttgarter Sportwagenbauer. Seinen Berechnungen zufolge wäre die Porsche-Aktie zwischen 55 und 60 Euro wert, falls es gelänge, die VW-Optionen an eine dritte Partei weiterzugeben. Allerdings würde der Schuldenberg immer noch hoch bleiben und eine Kapitalerhöhung könnte auch im Erfolgsfall weiter auf der Agenda stehen. Die Situation für die Stuttgarter bleibe schwierig. Angesichts der finanziellen Probleme könnten sie gezwungen sein, Teile ihrer VW-Beteiligung zu ungünstigen Bedingungen abzugeben. Der Experte überdenkt daher sein Votum für die Porsche-Aktie.

Skeptisch äußerte sich auch Merrill-Lynch-Analyst Harald Hendrikse. Ein Kauf von Optionen auf VW-Stämme durch Katar erscheine schwierig, da Porsche seine Kredite über VW-Aktien abgesichert habe. Zudem habe die Sportwagenschmiede die VW-Papiere zu einem Durchschnittspreis von 115,00 Euro gekauft und der Wert der Optionen liege höher - deren Verkauf an das Emirat könnte also massive Verluste bedeuten. Bei einer Fusion würden Porsche als Vorzugsaktien wahrscheinlich in VW-Vorzüge und nicht in VW-Stämme umgewandelt. Beim derzeitigen Kursniveau der VW-Vorzüge sei fraglich, welches Interesse Porsche-Aktionäre an einem solchen Tausch haben sollten. Hendrikse bewertet Porsche mit "Underperform" und einem Kursziel von 25,00 Euro.

Exane BNP Paribas erhöhte das Kursziel für Porsche von 30,00 auf 39,00 Euro, beließ das Votum aber auf "Underperform. Das Ziel für VW-Vorzüge schraubten die Analysten von 56,00 auf 62,00 Euro hoch bei der weiter gültigen Einstufung "Outperform". "Jetzt sollte VW auf dem Fahrersitz sitzen", heißt es in der Studie. Bei einer Fusion beider Unternehmen - dem wahrscheinlichsten Szenario, das den Interessen aller Beteiligten am ehesten entgegen käme - hätten die VW-Vorzüge Aufwärtspotenzial, während Porsche-Titeln Verluste drohten. Ein Verkauf des Porsche-Kerngeschäfts an die Wolfsburger als alternative Option würde eine massive Kapitalerhöhung bei VW erfordern, was schwierig zu rechtfertigen wäre. Auch müssten die Familien Porsche und Piech als Porsche-Großaktionäre dann Steuern auf die stillen Reserven des Sportwagenbauers zahlen, was hohe Mittelabflüsse bedeuten würde.

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