Aktie im Fokus
Premiere schockt die Börse: Aktie bricht ein

Nachdem Premiere katastrophale Zahlen vorgelegt hat, rauscht die Aktie in den Keller. Anleger und Analysten haben die Hoffnung auf eine baldige Wende offenbar aufgegeben. Im schlimmsten Fall steht sogar die Existenz des Bezahlsenders auf dem Spiel. Wieder einmal hängt nun alles von einem Mann ab.

FRANKFURT. Premiere hat es tatsächlich geschafft, die Börse zu überraschen. Dass die Zahlen zum abgelaufenen Jahr schlecht ausfallen würden, hatten Anleger und Analysten erwartet. Aber kaum einer hatte damit gerechnet, wie schlimm es wirklich um das Unternehmen steht. Seite heute ist klar: Der Bezahlsender steckt tief in den roten Zahlen. Im Geschäftsjahr 2008 fuhr man einen Rekordverlust von knapp 270 Mio. Euro ein.

Analyst Felix Braune von Cheuvreux nannte die Zahlen schwach. Sie hätten unter seinen Prognosen gelegen, zudem sei der Ausblick auf 2009 nicht verbessert worden. Er rät, die Aktie zu verkaufen.

Das taten die Aktionäre bereits reihenweise. Unmittelbar nach Öffnung der Börsen verscherbelten sie ihre Anteilsscheine zu Ramschpreisen. Premiere-Aktien fielen um 14,4 Prozent auf 2,34 Euro. Offenbar hoffen nur noch wenige darauf, dass der Kurs in absehbarer Zeit wieder an die vergangenen Höchststände herankommen kann.

Vor vier Jahren, kurz nach dem Börsengang, kostete die Aktie noch über 32 Euro. Seitdem ging es fast nur noch abwärts. Der erste große Crash kam Ende 2005, als Premiere fast die Hälfte seines Börsenwertes einbüßte. Dann dümpelte der Kurs lange zwischen zehn und zwanzig Euro. Doch der nächste Schock folgte im Herbst des vergangenen Jahres: Nach einer Gewinnwarnung fiel der Kurs wie ein Stein von rund 12 bis auf 1,51 Euro. Gerade erst deutete sich eine zaghafte Erholung nach diesem Absturz an. Damit dürfte es nun vorbei sein.

Die Aussichten für das laufende Jahr sind düster. Der Sender kündigt auch für das laufende Jahr vorsorglich einen erheblichen operativen Verlust an. Erst ab 2011 will man wieder schwarze Zahlen schreiben. Analysten erwarten, dass das Unternehmen frühestens in ein paar Jahren wieder auf einen grünen Zweig kommt. Mit einem positiven Cash-Flow sei nicht vor 2012 zu rechnen, sagt Sonia Rabussier von Sal. Oppenheim.

Seite 1:

Premiere schockt die Börse: Aktie bricht ein

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%