Aktie im Fokus
Qiagen punktet mit Solidität

Das Hildener Biotech-Unternehmen Qiagen kann mit branchenunüblicher Solidität punkten. Die Holding mit Produktion in Hilden bei Düsseldorf kann seit Jahren steigende Umsätze und Gewinne ausweisen. Auch die Krise kann der Biotech-Firma bisher nichts anhaben. Trotzdem hat die Aktie ein Problem.

FRANKFURT. Qiagen ist nicht das, was Anleger gewöhnlich unter einem typischen Biotech-Unternehmen verstehen: Seit Jahren steigen Umsätze und Gewinne; außerdem hat sich die Aktie in Krisenzeiten erstaunlich resistent gezeigt. Alles an der niederländischen Holding mit Produktion in Hilden bei Düsseldorf ist grundsolide – aber damit auch etwas langweilig. Dieser Vorwurf, der dem Hersteller von Kits für Proben und Tests lange Jahre gemacht wurde und der während der Finanzkrise plötzlich verstummt war, ist nun wieder zu hören.

Eine Einschätzung, die Analysten allerdings nicht teilen. Volker Braun von der Commerzbank lobt die Qiagen-Aktie allein schon deshalb, weil sie ein Schwergewicht im Technologieindex TecDax darstellt. Lange war sie dort der Titel mit dem größten Börsenwert. Erst der fulminante Kursanstieg von Infineon hat sie auf Platz zwei verdrängt. Es ist das robuste Wachstumsprofil mit Gewinnmargen von inzwischen 20 Prozent, das zu den geringen Kursbewegungen führt, erklärt Braun.

Die Situation des Technologieunternehmens ist grundsolide. 2007 kaufte Qiagen das amerikanische Unternehmen Digene, das im Bereich der Molekulardiagnostik angesiedelt ist und Tests zur mittlerweile weit bekannten Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs entwickelt. „Das Unternehmen vertreibt Produkte einer stetig wachsenden Branche. Wenn die Aktie beim Börsenumsatz noch aufholt, ist sie ein potenzieller Dax-Kandidat“, sagt Braun.

Genau hier liegt das Problem. Mit einer Marktkapitalisierung von derzeit über 2,6 Mrd. Euro bringt Qiagen zwar bereits mehr Gewicht auf die Börsenwaage als Dax-Konzerne wie Salzgitter oder Hannover Rück. Ganz anders sieht es jedoch beim zweiten Kriterium, dem Börsenumsatz, aus. Hier rangiert Qiagen meilenweit hinter den etablierten Werten. Und das, obwohl sich 95 Prozent der Aktien im freien Handel und nicht in Händen von Großaktionären befinden. Reger Handel wäre also möglich.

Kursphantasie kommt stattdessen von anderer Seite: Als das Management um den langjährigen Vorstandschef Peer Schatz bei der Vorlage der Zahlen für das zweite Quartal vor kurzem die Prognose für die Gewinnschätzung je Aktie um zwei Prozent anhob, gab es bereits Stimmen, die dies noch einmal in diesem Jahr für möglich halten. „Nach Vorlage der Q3-Zahlen ist ein weiteres Heraufsetzen der Erwartungen nicht auszuschließen“, sagt Martin Wales von der UBS. Grund dafür ist das Kerngeschäft von Qiagen, der Markt für Molekulardiagnostik. Der ist in den vergangenen Jahren extrem stark gewachsen, was sich wohl auch in Zukunft fortsetzen dürfte.

Etliche Analysten haben deswegen jüngst erst ihre Kursziele für die Aktie angehoben. Vom aktuellen Kursniveau von 14,60 Euro trauen sie ihr noch ein Plus von 15 bis 30 Prozent zu.

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