Aktie im Fokus

Rekordstrafe bremst Fiat-Chrysler-Aktie aus

US-Sicherheitsbehörden haben gegen Fiat Chrysler eine Rekordstrafe verhängt. Der Konzern hat Fahrzeugfehler bewusst in Kauf genommen. Anleger reagieren verstört: Die sonst gut laufenden Papiere gehen auf Talfahrt.
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Fehlerhafte Benzintanks des Geländewagens kommen dem italienisch-amerikanischen Konzern teuer zu stehen. Quelle: AFP
Jeep von Fiat Chrysler

Fehlerhafte Benzintanks des Geländewagens kommen dem italienisch-amerikanischen Konzern teuer zu stehen.

(Foto: AFP)

DüsseldorfSatte 105 Millionen Dollar muss der Autoriese Fiat Chrysler an das US-Verkehrsministerium bezahlen. Noch nie wurde eine so hohe Strafe gegen einen Autokonzern verhängt. Die Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA verdonnerte den Konzern zu dieser Rekordstrafe, da Rückrufaktionen wegen defekter Teile zu keiner Besserung führten.

Die Strafe setzt sie wie folgt zusammen: 70 Millionen muss Fiat Chrysler in bar bezahlen, 20 Millionen müssen investiert werden, um die Qualitätsanforderungen zu erfüllen und die restlichen 15 Millionen werden fällig, sollten Prüfer weitere Verstöße entdecken.

Doch damit nicht genug. Die Vereinbarung mit der Sicherheitsbehörde enthält unter anderem ein bislang beispielloses Rückkaufangebot an Hunderttausende von Autobesitzern. Es umfasst eine Million Jeep-Geländesportwagen, deren Benzintanks bei Auffahrunfällen auslaufen und in Brand geraten können und rund 500.000 Autos des beliebten Kleintransporters Ram, dessen defekte Lenkung zum Kontrollverlust des Fahrzeugs führen kann. Die Wagenrückkaufaktion ist die größte, in den die NHTSA-Behörde je involviert war. Insgesamt wird dem Autobauer Fehlverhalten bei 23 Rückrufaktionen vorgeworfen, die mehr als elf Millionen Fahrzeuge betrafen.

Immer neue Pannen sorgen für Rückrufe
Takata
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Beim größten Rückruf in der US-Automobilgeschichte hat der japanische Zulieferer Takata wegen defekter Airbags den Rückruf von insgesamt fast 34 Millionen Autos in den USA veranlasst. Das Unternehmen verdopple damit die Anzahl der in die Werkstätten beorderten Fahrzeuge, teilten die US-Behörden am Dienstag mit. Takata räumte demnach erstmals ein, dass die in elf Automarken eingebauten Airbags des Unternehmens fehlerhaft sind. Von der Rekord-Rückrufaktion in den USA sind laut US-Verkehrsminister Anthony Foxx elf Hersteller betroffen: BMW, Fiat, Chrysler, General Motors, Ford, Mazda, Mitsubishi, Nissan, Subaru, Toyota und vor allem Honda.

Hyundai Sonata
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Toyota und Nissan rufen im Mai 2015 wegen Problemen mit Airbags weltweit etwa 6,5 Millionen Fahrzeuge zurück. Die Luftkissen des Zulieferers Takata sollen wegen eines möglichen Defekts vorsichtshalber ausgetauscht werden. Es gehe erneut um die Gasgeneratoren, mit denen die Airbags aufgeblasen werden. Berichte über Unfälle oder Verletzungen habe es nicht gegeben, teilten sowohl Toyota als auch Nissan mit.

Toyota bestellt knapp fünf Millionen Fahrzeuge wieder ein, darunter die Modelle Corolla und Vitz. Nissan holt rund 1,56 Millionen Autos in die Werkstätten.
Seit 2008 sind bereits mehr als 20 Millionen Fahrzeuge mit Takata-Airbags von Rückruf-Aktionen betroffen, darunter auch Autos von Herstellern außerhalb Japans wie BMW und Ford.

Smart Fortwo
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Anfang Mai 2015 ruft Daimler in China 19.000 Autos in die Werkstätten. Betroffen sind rund 10.500 Fahrzeuge der Mercedes-Benz A- und B-Klasse sowie rund 8500 kompakte Stadtautos Smart Fortwo. Bei der A- und B-Klasse handele es sich um ein Problem mit der Seitenwelle, sagte ein Daimler-Sprecher. Dadurch könne das Fahrzeug nicht mehr lenkbar sein. Fälle, in denen das passiert sei, seien aber noch nicht bekannt. Die Kunden würden vorsorglich benachrichtigt. Beim Smart entspreche die Verschraubung an einer Lenkung nicht den Vorgaben. Das habe zwar keine Auswirkungen auf die Lenkbarkeit, das Problem werde aber vorsorglich ebenfalls behoben.

Daimler
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Daimler hat am 16. Februar in Deutschland und China den Rückruf von 150.000 Fahrzeugen wegen möglicher Sicherheitsprobleme gestartet. Untersuchungen hätten ergeben, dass sich unter Umständen Auto-Teile lösen und ein Feuer verursachen könnten, teilte die zuständige chinesische Aufsichtsbehörde am Montag mit.

Daimler bestätigte die Rückrufaktion. In China seien 127.000 Fahrzeuge betroffen, in Deutschland rund 22.000 Autos. Informationen über weitere Länder lägen noch nicht vor, sagte ein Daimler-Sprecher. Bei den Fahrzeugen könnten Sicherheitsrisiken nicht ausgeschlossen werden. Bislang gebe es aber noch keine Berichte über Unfälle oder Schäden.

Der Fehler liege bei einer Dichtung an einer Trennwand im Motorraum, sagte der Sprecher. Es bestehe die Gefahr, dass diese sich löse. Betroffen seien zwischen 2012 und 2014 hergestellte Fahrzeuge der CLS- und der E-Klasse. Die Teile würden kostenlos ausgetauscht.

Mercedes E-Klasse
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Nach Europa und China folgt nun nur eine Woche später ein weiterer Rückruf in den USA: Mercedes muss hier noch einmal 147.000 Wagen zurückrufen. Grund dafür ist eine mögliche Brandgefahr der Autos.

Porsche
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Porsche ruft den chinesischen Aufsichtsbehörden zufolge in der Volksrepublik mehr als 14.500 Fahrzeuge zurück. Grund seien Fehler an den Nockenwellen der Autos, teilte die nationale Qualitätsprüfstelle auf ihrer Internetseite mit. Betroffen sind demnach unter anderem mehrere Importmodelle des Sportwagens Panamera sowie zwei des Geländewagens Cayenne.

Die Autos seien zwischen April 2009 und September 2011 gebaut worden. Die chinesische Behörde erklärte, die Fahrzeuge stellten ein Sicherheitsrisiko dar, Porsche tausche das fehlerhafte Bauteil kostenlos aus. Die Volkswagen -Tochter hatte im vergangenen Jahr ihren Absatz in China kräftig gesteigert.

Jeep
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Der Autohersteller Fiat Chrysler ruft wegen möglicher technischer Probleme mit den Seiten-Airbags weltweit Geländewagen zurück. Bei insgesamt 228.181 Jeep Cherokees von 2014 und 2015 solle ein Software-Upgrade durchgeführt werden, teilte das Unternehmen mit.

Mit gut 168.000 Fahrzeugen entfalle der Großteil auf die USA. Der Konzern wisse von keinen Unfällen im Zusammenhang mit dem Problem.

Außerdem wird Fiat Chrysler einen Teil seiner Unabhängigkeit abgeben müssen. Künftig wird die Rückrufpraxis des Konzerns, wie bei Toyota auch, von einer unabhängigen Stelle kontrolliert. Rund drei Jahre werden die NHTSA-Prüfer das Unternehmen unter die Lupe nehmen.

Die Message des NHTSA-Chefs Mark Rosekind sei eindeutig, sagt Clarence Ditlow von der Washingtoner Research-Gruppe Center for Auto Safety. Die Regierung habe das Vertrauen in die Geschicke des Konzerns verloren. „Die Regulierung basierte in der Vergangenheit auf Vertrauen“, sagte Ditlow. Die Autokonzerne hätten dieses Vertrauen allerdings zahlreiche Male verletzt.

Der Vertrauensverlust spiegelte sich auch an den Aktienmärkten wider. Fiat Chrysler gaben an der Mailänder Börse 2,1 Prozent nach auf 13,68 Euro. In der Spitze sackten die Papiere bis zu 3,4 Prozent ins Minus. Die Rückrufaktion könnte die ansonsten starke Performance von Fiat Chrysler im laufenden Jahr ausbremsen. Seit Jahresanfang haben die Papiere über 45 Prozent zugelegt. Zum Vergleich: Volkswagen kommt im selben Zeitraum nur auf ein mickriges Plus von gerade einmal 2,8 Prozent, Toyota legte lediglich 9,5 Prozent zu. Der US-Autoriese General Motors verzeichnet seit dem 1. Januar sogar einen Verlust von 11,5 Prozent.

US-Kongress fordert seit langem härtere Gangart gegen Autokonzerne
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2 Kommentare zu "Aktie im Fokus: Rekordstrafe bremst Fiat-Chrysler-Aktie aus"

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  • Quatsch - ist ein kranker (zwei Kranke zusammen ergeben kein gesundes Paar) amerikanisch - italienischer Autobauer. Es stellt sich auch nicht die Frage, "ob" der Laden in die Pleite fährt, sondern nur "wann?".

  • Ist ja klar. Ist eine europäische Firma.

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