Aktie im Fokus
Saubere Zahlen: Henkel-Aktie steigt kräftig

Gewaschen wird immer: Bei Henkel federn umsatzstarke Marken wie Persil die Auswirkungen der Wirtschaftskrise ab. Im Waschmittelgeschäft erzielte der Konzern so hohe Zuwächse wie seit Jahren nicht mehr. Das freut auch die Anleger - die Aktie legt mehr als sechs Prozent zu.

HB FRANKFURT. Angetrieben von unerwartet guten Zahlen zum zweiten Quartal legen die Aktien von Henkel kräftig zu. Der Konsumgüterhersteller verzeichnete im zweiten Quartal wegen der stark konjunktursensiblen Klebersparte zwar einen Umsatzrückgang. Das Geschäft der Düsseldorfer verbesserte sich aber merklich verglichen mit dem ersten Quartal. Marktteilnehmer sahen ihre Erwartungen übertroffen und kommentierten die Zahlen entsprechend positiv.

Henkel-Anteile sprangen um 6,2 Prozent auf 27,10 Euro. Der Dax büßte zur gleichen Zeit 0,2 Prozent auf 5 405 Punkte ein.

Vor allem das Waschmittelgeschäft, die Keimzelle des Düsseldorfer Konzerns, erzielte im zweiten Quartal 2009 so hohe Zuwächse wie seit Jahren nicht mehr. Auch die Kosmetiksparte kann trotz der Krise bessere Ergebnisse vorweisen. Das Klebstoffgeschäft, das nach einem milliardenschweren Großeinkauf für fast die Hälfte des Konzernumsatzes steht, leidet dagegen weiterhin. Der Ergebniseinbruch fällt aber nicht mehr ganz so stark aus wie in den ersten drei Monaten des Jahres. Damit scheint Henkel den Tiefpunkt in seinem Klebstoffgeschäft um Pritt und Pattex hinter sich zu haben.

Der Quartalsumsatz sank wegen des schwachen Klebstoffgeschäfts um fünf Prozent auf 3,48 Milliarden Euro. Unter dem Strich schoss der Quartalsgewinn im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zwar von 42 auf 150 Millionen Euro in die Höhe. Der bereinigte Quartalsüberschuss nach Anteilen anderer Gesellschafter sank aber um mehr als ein Viertel auf 162 Millionen Euro. Im Vorjahreszeitraum schlugen hohe Aufwendungen für den Konzernumbau zu Buche.

Analyst Andreas Riemann von der Commerzbank konstatierte Ergebnisse leicht über den Erwartungen und zudem eine Verbesserung gegenüber dem ersten Quartal. Der Umsatzabschwung bei Klebstoffen habe sich abgeschwächt. Das Konsumgütergeschäft sei sehr robust geblieben und habe ebenfalls positiv überrascht. Er beließ seine Einstufung auf "Add" mit Ziel 25 Euro.

Equinet-Expertin Nadeshda Demidova sprach ebenfalls von guten Ergebnissen, die sowohl ihre als auch die Markterwartungen übertroffen hätten. Die Belastung durch Integrationskosten des übernommenen Wettbewerbers National Starch sei geringer gewesen als gedacht. Zusätzlich profitiert habe Henkel von geringeren Materialkosten und den durchgesetzten Restrukturierungsmaßnahmen. Trotz schwieriger Marktbedingungen entwickelten sich das Geschäft mit Waschmitteln und Kosmetika gut, so Demidova. Das Klebstoffgeschäft bewertete sie allerdings als weiterhin schwach. Es gebe nur zögerliche Anzeichen einer Verbesserung. Vorbehaltlich neuer Informationen auf der Telefonkonferenz blieb sie zunächst auf "Hold" mit Ziel 25 Euro.

Auch einem Händler zufolge übertrafen die Henkel-Zahlen die Erwartungen durch die Bank. "Besonders das EBIT sieht gut aus", sagte er in einer ersten Einschätzung am Mittwochmorgen. "Der Ausblick könnte zwar optimistischer sein, ist aber auch nicht wirklich schlecht." Henkel bekräftigte seine vage Prognose, in diesem Jahr stärker zu wachsen als der Markt.

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