Aktie im Fokus
Schlechte Nachrichten aus China – K+S unter Druck

K+S bekommt künftig weniger Geld für seine Kali-Lieferungen nach China. Deutlich weniger, heißt es. Das drückt natürlich den Aktienkurs. Für das Jahr 2010 ist der Kasseler Düngemittelhersteller trotzdem optimistisch.
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HB FRANKFURT/MOSKAU. Ein Kali-Preisrutsch bei Lieferungen nach China hat die Aktien des Kasseler Salz- und Düngemittelspezialisten K+S am Mittwoch belastet. Die im Dax notierten K+S-Papiere büßten gegen den Markttrend bis zu 1,9 Prozent auf 40,06 Euro ein und zählten damit zu den größten Verlierern im deutschen Leitindex.

Börsianer führten den Kursrückgang auf die jüngsten Verhandlungen von Belarusian Potash Co (BPC) mit China zurück. Dabei sei ein deutlich niedrigerer Kalipreis erzielt worden als zuletzt noch in Brasilien. Der Kaliexporteur BPC hat in den Verhandlungen mit dem wichtigsten Abnehmerland einen Kalipreis von 350 Dollar pro Tonne für Lieferungen im kommenden Jahr ausgemacht, wie der russische Kaliproduzent Uralkali mitteilte. Dabei gehe es um rund 1,2 Million Tonnen des Düngemittelgrundstoffs.

Die als Joint Venture betriebene BPS ist der Vertriebsarm von Uralkali. Die Preisverhandlungen mit dem Reich der Mitte stehen seit Monaten im Blick der Branche. China ist der weltgrößte Importeur von Kali und daher in der Lage, den Preisstandard zu setzen. Im Juli hatte BPC in Indien noch den Verkauf von 675 000 Tonnen für 460 Dollar die Tonne vereinbart. Kali ist neben Stickstoff und Phosphat einer der Hauptbestandteile von Düngemitteln.

"Das ist der erste Kontrakt mit China seit Mitte 2008," kommentierte Chemieanalyst Andreas Heine von der UniCredit in einer Kurznote die Entwicklung. Der Kali-Preis sei damit innerhalb von nur zwei Wochen um 30 Prozent gesunken. "Nach der Preiskorrektur vor zwei Wochen in Brasilien von 500 Dollar auf 400 Dollar die Tonne ist der mit China erzielte Preis von 350 Dollar die Tonne ein weiterer starker Preisrutsch", führte er aus. Diese negative Nachricht könne nur durch einen steilen Volumenanstieg wettgemacht werden.

Viele Investoren hatten in der Finanzkrise dem Agrarsektor den Rücken gekehrt und damit einen Preisverfall ausgelöst. Daraufhin war ab Herbst 2008 auch die Nachfrage nach Dünger eingebrochen, die sich bislang noch nicht wieder richtig erholt hat. Aufgrund der unsicheren Preisentwicklung bei landwirtschaftlichen Erzeugnissen und Finanzierungsschwierigkeiten hatten sich Landwirte mit Käufen in diesem Jahr zurückgehalten. K+S und Konkurrenten wie Potash, Mosaic und Yara setzen aber auf ein Anziehen der Nachfrage 2010. Die Kasseler erwarten beispielsweise im nächsten Jahr einen Anstieg des weltweiten Kaliabsatzes um 50 Prozent auf 45 Mio. Tonnen.

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