Aktie im Fokus
"Sie haben einfach kein Öl gefunden"

Das kolumbianische Staatsunternehmen Ecopetrol ist das schlechteste Ölunternehmen der Welt - es verlor im Jahr 2015 mehr als die Hälfte seines Wertes.

New YorkDas vom kolumbianischen Staat kontrollierte Erdölunternehmen Ecopetrol hat goldene Zeiten hinter sich: Im Jahr 2012 war das Erdölunternehmen sogar wertvoller als der Energiegigant BP. Das kolumbianische Unternehmen zählte zu den fünf wertvollsten Ölkonzernen der Welt.

Doch diese Zeiten sind vorbei. Inzwischen ist die Marktkapitalisierung des Unternehmens von einst 136 Milliarden Dollar auf aktuell weniger als 15 Milliarden Dollar zusammengeschrumpft. Das Unternehmen ist binnen weniger Jahre auf weniger als ein Zehntel seines Werts gefallen.

Die Erklärung für den Niedergang ist einfach: "Sie haben einfach kein Öl gefunden. So einfach ist das", sagt Rupert Stebbings, Managing Director für Aktienverkäufe bei der Bancolombia, eine kolumbianische Bank in Medellin. "Der gesamte Ölsektor ist massiv überbewertet worden. Und die Leute haben gedacht, dass die Firma eines Tages eine Riesen-Quelle finden wird." Doch das sei nicht passiert.

Vor 15 Jahren war man sich in Kolumbien sicher, dass der Ölsektor einen großen Aufschwung erleben würde. Denn die kolumbianische Armee hatte Guerillakämpfer zurückgedrängt und damit den Weg für neue Ölförderungsmöglichkeiten frei gemacht. Die Gebiete nahe Venezuela, das Land mit den größten Ölreserven der Welt, sollten erschlossen werden.

Diese Aussichten ließen den Aktienkurs von Ecopetrol nach oben schießen: Zwischen 2008 und 2012 verdreifachte sich der Wert der Aktie. Inzwischen ist das Papier seit seinem Rekordhoch im Sommer 2012 um rund 74 Prozent eingebrochen. Allein im Jahr 2015 verlor das Unternehmen mehr als die Hälfte seines Wertes. Das ist die schlechteste Entwicklung aller weltweiten Ölproduzenten.

"Trotz einiger Lichtblicke, auch im Bereich Gasentdeckungen, sind die Budgetkürzungen für die Förderung sowie die bereits mageren Reserven besorgniserregend", sagt Aktienanalyst Francisco Chaves der kolumbianischen Bank Davivienda.

Im Jahr 2013 entschied sich die kolumbianische Regierung wegen der damals noch hohen Bewertung gegen einen Verkauf seiner Ecopetrol-Anteile. Eine brutale Fehlentscheidung: Der Staat musste inzwischen rund 100 Milliarden Dollar abschreiben.

Agentur
Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur
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