Aktie im Fokus
Solaraktien: Schlechte Solon-Zahlen sind kein Trend

Die Finanzkrise erreicht die Solarindustrie: Der Modulhersteller Solon hat seine Prognose für das laufende Jahr und für das nächste Jahr deutlich zusammengestrichen, der Aktienkurs ist im Sinkflug. Anlass zur Panik besteht aber nicht. Es gibt genügend Gründe, um für die meisten Solarkonzerne optimistisch zu bleiben.

FRANKFURT. Der Modulhersteller Solon hat trotz eines deutlichen Umsatz- und Ergebnissprungs seine Prognose für dieses und das nächste Jahr deutlich gesenkt. Das vierte Quartal wird deutlich schwächer ausfallen als bisher erwartet. Nachrichten, die an der Börse schlecht ankommen: Mit einem Minus von 13 Prozent auf 20,90 Euro ist die Solon-Aktie am Mittag schwächster Wert im TecDax. Auch andere Solarwerte werden in Mitleidenschaft gezogen: Solarworld verlieren mehr als zwei Prozent, Q-Cells rund vier Prozent und SMA Solar brechen um neun Prozent ein.

Die Prognosesenkung von Solon für das Jahr 2009 war von den meisten Analysten bereits erwartet worden. "Dass nun aber auch die Guidance für 2008 noch gesenkt wird, erschreckt mich", sagt der Unicredit-Analyst Michael Tappeiner. Dies sei ein Anzeichen dafür, dass die Kreditklemme schneller als erwartet zur Realität geworden sei.

Solon macht den Auftakt für die Quartalsberichte mehrerer Solarunternehmen. Am Donnerstag berichten Phoenix Solar und Q-Cells, am Freitag Conergy und Solarworld. Analysten gehen allerdings davon aus, dass nicht alle Solarunternehmen so stark unter der Finanzkrise leiden werden wie Solon. Mittelfristig wagen sie für die Solarkonzerne sogar einen positiven Ausblick.

Q-Cells im Sog von Solon?

Solon ist nicht nur Modulproduzent, sondern auch Spezialist für solare Großkraftwerke. Gerade dieser Bereich bereitet Probleme. "Um große Solarprojekte zu stemmen, sind starke Finanzpartner nötig. Dieses Marktsegment ist daher von der Finanzmarktkrise besonders betroffen", sagt Commerzbank-Analyst Robert Schramm. Im vierten Quartal werde sich der Markt abschwächen, ab dem ersten Quartal 2009 werde die Finanzierung dann richtig problematisch. Die Commerzbank hat Solon auf "reduzieren" gestuft und das Kursziel auf 20 Euro abgesenkt.

Da Solon der größte Kunde des Solarzellenherstellers Q-Cells ist, befürchtet Schramm auch für das Unternehmen aus Thalheim negative Konsequenzen. Stephan Droxner, Analyst bei der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW), geht ebenfalls davon aus, dass Q-Cells schon für das dritte Quartal "keine spektakulär guten Zahlen" vorlegen wird. Das liege aber vor allem daran, dass Q-Cells von seinem Vorlieferanten Renewable Energy Corporation (REC) zu wenig Solarwafer erhalten habe, die zur Solarzellenproduktion nötig sind. Die LBBW bleibt für Q-Cells mittelfristig optimistisch und setzt mit einem Kursziel von 100 Euro - das entspricht dem Vierfachen des aktuellen Aktienkurses - auf "kaufen". Ganz anders schätzt die Commerzbank die Aussichten ein: Ihr Urteil für Q-Cells lautet "halten", das Kursziel liegt bei gerade einmal 27 Euro.

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