Aktie im Fokus
Spekulation um Großaktionäre – Deutsche Börse unter Druck

Die Deutsche Börse liegt im Dauerclinch mit ihren Großaktionären. Die beiden Hedge-Fonds TCI und Atticus wollten den Börsenbetreiber zerschlagen, sind mit ihrem Plan jedoch bislang gescheitert. Stattdessen könnten sie jetzt komplett aussteigen. Der Aktienkurs der Börse bricht ein.

HB FRANKFURT. Spekulationen um einen Rückzug der beiden Großaktionäre TCI und Atticus belasten die Aktien der Deutschen Börse. Die Papiere des Börsenbetreibers fielen um 9,3 Prozent auf 50,06 Euro.

Seit Jahren liegt der Frankfurter Börsenbetreiber mit den kritischen Aktionären im Dauerclinch. Branchenkreisen zufolge sollen TCI und Atticus auf eine Trennung vom Kassamarktgeschäft und eine Zerschlagung des Konzerns gedrängt haben.

Anfang dieser Woche teilten die Fonds jedoch mit, dass sie nicht auf einen Kassamarkt-Verkauf drängen würden. Auch eine mit der Situation vertraute Person bestätigte, dass TCI und Atticus "keine Zerschlagung der Deutsche Börse Gruppe oder eine Abspaltung des Aktienhandels gefordert haben und fordern werden."

„Womöglich müssen sie nun raus aus der Deutschen Börse und das kann zu Ängsten führen, denn mit insgesamt 20 Prozent ist der Anteil von TCI und Atticus an der Deutschen Börse recht hoch“, sagte Analyst Christian Muschick von Equinet.

Auch Merck-Finck-Analyst Konrad Becker sagte, er sei bislang davon ausgegangen, dass die beiden Hedgefonds am Verkauf von Unternehmensteilen interessiert seien. "Wenn beide diese Pläne fallengelassen haben, stellt sich die Frage nach ihren langfristigen Interessen und ob sie an ihren Beteiligungen festhalten werden."

Auch andere Börsenbetreiber stecken derzeit in der Klemme. Analyst Roland Pfänder von der Commerzbank sagte: „Der Kurs der Deutsche-Börse-Aktie wird insbesondere durch niedrigere Bewertungen vergleichbarer Unternehmen wie CME, LSE oder NYSE Euronext belastet.

Dabei verwies er darauf, dass die London Stock Exchange (LSE) und die NYSE Euronext vor allem unter dem zunehmenden Wettbewerb innerhalb der Börsenlandschaft litten. Die US-Terminbörse CME habe dagegen besonders „unter dem zu leiden, was in den USA am Finanzmarkt passiert, zumal dort viele strukturelle Änderungen in ausgeprägterer Form als in Europa festzustellen sind“.

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