Aktie im Fokus
Stahlhändler trotzt Abwärtstrend

Die Stimmung an den Börsen ist schlecht. Ein Duisburger Unternehmen fällt allerdings durch einen deutlichen Kursanstieg auf. Mit Stahl lässt sich überraschend viel Geld verdienen.

HB FRANKFURT. Stahl ist ein glänzendes Produkt, und mit Stahl lassen sich auch glänzende Geschäfte machen. Die Nachfrage nach dem Werkstoff steigt und steigt. Das Duisburger Unternehmen Klöckner & Co. profitiert hiervon besonders. Der Stahlhändler kann immer höhere Preise durchsetzen. Gestern Abend nach Handelsende verkündete Klöckner einen Gewinnsprung für das erste Halbjahr, die Jahresprognose wurde angehoben. Heute frohlockt die Börse: Klöckner ist eines der wenigen Unternehmen im MDax, die sich gegen den allgemeinen Abwärtstrend stemmten. Die Aktie legte bis zum Nachmittag um rund fünf Prozent auf über 32 Euro zu. Damit ist der Kursverfall des vergangenen Monats erstmal gestoppt. Anfang Juni stand die Aktie noch bei 40 Euro. Zu Jahresbeginn lag der Preis bei einem Tiefststand von rund 20 Euro.

Für Ingo-Martin Schachel, Analyst von der Commerzbank, ist der Kursanstieg "absolut gerechtfertigt". Das Ergebnis im zweiten Quartal sei um 35 Prozent höher ausgefallen, als der Markt erwartet hätte. "Angesichts dieser hervorragenden Nachrichten wäre der Kursanstieg an einem normalen Handelstag noch viel deutlich ausgefallen", betont Schachel.

Klöckner ist ein Handelsunternehmen und muss den Stahl selbst einkaufen. "Das Unternehmen hat es aber geschafft, die Kostensteigerungen vollständig weiterzugeben", erklärt Schachel. Momentan sei die Lage besonders gut, weil sich Klöckner frühzeitig günstige Stahllieferungen gesichert habe und den Werkstoff nun teuer verkaufen könne. Klöckners Strategie, vor allem über den Zukauf anderer Stahlhändler zu wachsen, beurteilt der Analyst ebenfalls positiv. "Dadurch können sofort Synergien generiert werden." Im Stahlhandel sei eine gewisse Größe notwendig, um eine hohe Einkaufsmacht zu erzielen.

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