Aktie im Fokus
Stürmische Zeiten für Windanlagenbauer

Eigentlich gelten Aktien in erneuerbare Energien als besonders zukunftsträchtig und an der Börse begehrt. Doch heute gibt es für einen Norderstedter Windanlagenbauer kräftigen Gegenwind.

Der Wind ist ein launischer Geselle. Das spüren jetzt die Anleger, die damit Geld verdienen wollen. Gerade noch hatten sie kräftigen Rückenwind, doch heute schon gibt es eine steife Briese von vorne. Das gilt zumindest für den Windkraftanlagenbauer Nordex.

Das Papier des Norderstedter Unternehmens stürzte bis zum frühen Nachmittag entgegen dem Markttrend um über 11 Prozent auf rund 24 Euro ab. Das TecDax-Unternehmen hat eine Gewinnwarnung veröffentlicht. Noch zu Wochenbeginn war die Aktie kräftig gestiegen, nachdem Bundesbauminister Wolfgang Tiefensee ambitionierte Ausbaupläne für Windparks auf hoher See präsentiert hatte.

Alexander Stiehler, Analyst bei der Unicredit, hält den Kursrutsch für gerechtfertigt. Durch Projektverzögerungen in Italien und Großbritannien sind Kosten in Millionenhöhe entstanden, sowohl auf operativer Ebene als auch durch Strafzahlungen für zu späte Auslieferungen. "Zudem sind zusätzliche Kosten für den geplanten Produktionsaufbau in den USA entstanden", sagt Stiehler. Die Expansion in die USA habe bereits zusätzlich fünf Millionen Euro gekostet, obwohl die Produktion erst im nächsten Jahr starten werde.

Kurzfristig sieht Stiehler kaum Verbesserungspotenzial für die Aktie. "Die Investitionsentscheidungen des Unternehmens sind langfristig sicherlich sinnvoll, doch das haben wir schon längst eingepreist", erklärt Stiehler. Zudem verweist der Analyst auf die Andeutungen des Unternehmens, dass auch im nächsten Jahr mit keiner starken Ergebnisverbesserung in der operativen Marge zu rechnen ist.

Auch die neuen Pläne für den Ausbau sogenannter Offshore-Anlagen auf hoher See helfen wenig. Die positive Marktreaktion Anfang der Woche hält Stiehler für übertrieben. "Von den Windanlagenbauern, die bereits Offshore-Anlagen gebaut haben, ist Nordex das Unternehmen mit den kleinsten Turbinen und der geringsten Erfahrung", sagt Stiehler. Für die nächsten fünf Jahre sei Offshore noch kein Thema.

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