Aktie im Fokus
Trotz guter Zahlen: Allianz-Aktie knickt ein

Die Allianz konnte ihren Überschuss deutlich steigern und die Erwartungen der Analysten übertreffen. Ein Experte führt das auf die "Befreiung von der belastenden Dresdner Bank" zurück. Trotzdem fällt die Allianz-Aktie und ist heute schwächster Wert im Dax.

HB FRANKFURT. Nach Vorlage von Quartalszahlen sind die Aktien der Allianz an das Dax-Ende gerutscht. Analysten sahen ihre Gewinnerwartungen zwar übertroffen, fanden jedoch auch einige Kritikpunkte. Europas größter Versicherer selbst bleibt zudem zurückhaltend. "Wir gehen nicht davon aus, dass wir kurzfristig auf das alte Niveau zurückkehren werden", sagte Vorstandsmitglied Helmut Perlet in einer Telefonkonferenz mit Blick auf die Gewinne vergangener Jahre.

Allianz-Anteile sanken um drei Prozent auf 73,20 Euro. In den letzten Tagen gehörte die Aktie oftmals zu den größten Gewinnern. Möglicherweise nutzen einige Anleger den Tag, um Gewinne mitzunehmen. Nach dem Motto: "Sell on good news".

Insgesamt seien die Ergebnisse durchwachsen ausgefallen, fasste Analyst Brian Shea von Merrill Lynch zusammen. Während der operative Gewinn seine Erwartungen übertroffen habe, liege der Buchwert im Rahmen der Prognosen. Dass sich die Kapitalausstattung nicht verbessert habe, könnte einige Marktteilnehmer enttäuschen. Eine sofortige Fortsetzung der Kursrally erscheine daher unwahrscheinlich. Er blieb auf "Buy" mit einem Kursziel von 85,00 Euro.

Unicredit-Analyst Andreas Weese sah die Prognosen für den Überschuss deutlich übertroffen. Dieser war im zweiten Jahresviertel dank der Befreiung von der belastenden Dresdner Bank um gut 21 Prozent geklettert. Operativ habe die Allianz jedoch nicht alle Erwartungen erfüllt. Während das Geschäft im Bereich Lebens- und Krankenversicherung (L/H) positiv überrascht habe, habe der Konzern in der Schaden- und Unfallversicherung (P/C) deutlich schlechter abgeschnitten. Auch die von 93,5 im Vorjahr auf 98,9 Prozent verschlechterte Schaden-Kosten-Quote lag unter der UniCredit-Schätzung von 97,9 Prozent. Für das zweite Halbjahr rechnet Vorstandsmitglied Perlet allerdings mit einer besseren Entwicklung. Weese beließ sein Votum für Allianz-Aktien auf "Buy" mit Ziel 103 Euro.

Auch Philipp Häßler von equinet blieb bei seiner Kaufempfehlung mit Kursziel 90 Euro. Er hob allerdings hervor, dass das starke Quartalsergebnis auf unerwartet hohe nicht-operative Gewinne aus Verkäufen von Beteiligungen zurückzuführen sei. Betreffend der Entwicklung in den Versicherungssparten konstatierte auch er das Geschäft in L/H als besser und in P/C als schwächer. Seine positive Einschätzung der Aktie begründet er mit der niedrigen Bewertung und positiven Auswirkungen freundlicherer Aktienmärkte.

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